DaS römisch-deutsche Reich im Zeitalter der Krcuzzügc. Jgz
seine Erwählung zum Kaiser in Constantinopcl gefunden, wo er daSwankende Reich der Lateiner gegen LaSkaris' Nachfolger JohannesVatatzes schirmte. Das Haupt der Ejubidcn war, nachdem David inHaleb, Aschraf in Damaskus, Kamel in Aegypten gestorben, vonKamels Söhnen Malck cl Salch geworden, und in Damaskus herrschteeiner seiner Oheime, der sich mit einer in Haleb herrschenden Tochterdes Malek el Adel vermählt hatte. Von zwei neuen Kreuzzügcn, einemfranzösischen und einem englischen, in den Jahren 1236 und 1237 un-ternommen, hatte der erstere, bei dem sich König Theobald !. von Na-varra befand, einen unglücklichen Ausgang, da Jerusalem den Christenwieder verloren ging, und der andere, an dessen Spitze König Hein-richs III. Bruder Richard stand, brachte die Rückgabe zuwege. Dochbald ging die Stadt wieder und für immer verloren. Die chowarcsmi-schen Schaaren, den verrückenden Mongolen weichend, werden vonSalch gegen das christliche Reich und das Reich von Damaskus ge-braucht und dringen nach Jerusalem vor, wo sie die Anfcrstehungskircheplündern, das heilige Grab zerstören und die Gebeine der Könige ver-brennen. Vergebens vereinigen sich gegen sie Christen und Moslemen.In der Schlacht bei Gaza im Jahre 1244 bleibt ihnen der Sieg, und dasLand hat fortan ihre Verheerungen zu erleiden.
14. Als Friedrich nach Italien zurückgekehrt war und die päpst-lichen Truppen aus seinem Königreiche getrieben hatte, kam im Jahre1230 unter Vermittlung des Meisters des deutschen Ordens, Hermannvon Salza, ein Friede zu San Germano zu Stande, nach welchem derKaiser von: Banne gelöst wurde und den nur des bisherigen Streiteswillen aus seinem Königreiche Vertriebenen Wiedereinsetzung gewährte.Friedrichs Thätigkeit wandte sich jetzt wieder der Fortbildung der Ver-fassung seines Erbreiches zu, wobei das Bemühen nach Gleichheit derUnterwürfigkeit aller Theile des Staates und nach stufcnweiscr Gliede-rung des Beamtenthums zu mannichfacher Verletzung kirchlicher Rechteführte und so einen Wiederausbruch des Streites mit dem Papste vor-bereitete. Je mehr ihm hier die Errichtung eines bisher in der Chri-stenheit nicht gesehenen Gebäudes unbeschränkter Selbstherrlichkeit gelang,desto lebhafteren Unwillen erregten ihm die lombardischen Verhältnisse.In den Fehden zwischen Anhängern und Gegnern des Kaisers/ die durchganz Oberitalien von Genua bis Belluno verbreitet waren, trat durchden Frieden von San Germano eine Unterbrechung ein. Doch als einReichstag zu Ravenna den Anfang zur Regelung der Angelegenheitenmachen sollte, wiederholten sich die Erscheinungen, die einst den Reichs-tag von Cremona vereitelt hatten, und Friedrich mußte, um eine Zu-sammenkunft mit seinem Sohne Heinrich zu haben, zur See nach Aquilejagehen. Die Brüder Ezzelin und Alberich von Romano schloffen sich eng
Kiesel, Weltgeschichte- II. 23