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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
Entstehung
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Das röinisch-dcntschc Reich im Zeitalter der Hrcuzzüge. . ZZT'

sich nährte, zu verstopfen, so hatte setzt die Kirche sich der Versuche zuerwehren, durch welche man ihre Angelegenheiten zu Angelegenheitendes Reiches machen wollte, Versuche, deren Gelingen einer Flut alterund neuer Nebel den Weg geöffnet hätte. Als nach Hadrians Tode imJahre 1159 der streng kirchliche Alexander HI. gewählt war, suchte einekleine Partei, unter den Cardinälen einen Papst zu erheben, der schongegen Hadrian der Sache des Kaisers gedient hatte, und dem setzt dieBischöfe von schlechter Amtsführung beitraten. Man stellte die WahlAlexanders als das Werk einer normannischen Partei dar, und Friedrichentschied im Jahre 1160 noch vor der Belagerung Crema's auf einemConcil, das fast nur die deutschen Bischöfe aus seinem Lager besuchten,für Alexanders Gegner, der sich Victor IV. nannte. Gewaltmaßregelnsollten die Anerkennung des falschen Papstes erzwingen, während Frank-reich, England und Spanien auf Alexanders Rechtmäßigkeit bestanden.Die kriegerischen Unternehmungen des Kaisers geriethen in Stocken, dader Ablauf der gewöhnlichen Zeit des Lehendienstes die deutschen Fürstenin die Heimath rief. Erst im Jahre 1161 begann, als die Fürsten mitneuen Schaaren wiedergekehrt waren, die Belagerung von Mailand, undnach fast einem Jahre erlitt die eroberte Stadt die zweite und tiefereDemüthigung. Das Feldzeichen der Stadt, das Carrocio, ein Baum,der auf einem Wagen stehend das Bild des heiligen Ambrosius trug,wurde vor den Augen des Kaisers gesenkt, verhallende Trompetenklängedeuteten das Erlöschen von Mailands Größe an, und über die nieder-gerissene Mauer zog der Kaiser in die Stadt ein, die zum Thcil derZerstörung anheimfiel und deren Bewohner sich in vier offenen Ortenneu anbanen sollten. Friedrichs zweiter und mächtigerer Feind warAlexander III., dessen Größe sich in der Bedrängniß erst recht entfaltete.Er war nach Frankreich gegangen, wo oft die Päpste vor den KaisernZuflucht suchen mußten. Eine Zusammenkunft, die Friedrich zu Launesbei Dison mit König Ludwig VII. haben sollte, kam nicht zu Stande,und Heinrich II. von England stand mit dem französischen Könige fest zuAlexander. Obgleich daher der Kaiser auch nach Victors im Jahre1164 erfolgtem Tode das Schisma durch Erhebung von Gegenpäpstensortsetzte, konnte er denselben doch nur, soweit sein Arm reichte, Aner-kennung verschaffen und hatte gegen sich die Macht der allgemeinen Ueber-zeugung von der Ungerechtigkeit seiner Sache. Immer deutlicher hattesich bei Unterhandlungen die Absicht verrathen, den Papst zum erstenBischöfe des Reiches herabzuwürdigen, eine Absicht, für deren Verwirk-lichung der Kanzler für Italien, der zum Erzbischöfe von Köln ernannteReinald von Dassel, das hauptsächlichste Werkzeug war. Der Kampf,den Alexander gegen den Gewaltigen führte, war daher ein Kampf fürdie Erhabenheit der Kirche über bloß nationale und politische Bestre-