Z20 Das römisch-deutsche Reich im Zeitalter der Kreuzziige.
der Papst den Krieg gegen denselben wieder aufnahm, fiel er in seineGefangenschaft und löste sich, indem er ihn mit Sicilien als Königreichund seiner Söhne einen mit Apulien, einen andern mit Capua belehnte.Hiermit war das normannische Königreich beider Sicilien begründet.
3. In Deutschland fiel die neue Königswahl nicht, wie es Lotharvorbereitet hatte, auf seinen Schwiegersohn. Die Macht des Fürsten,der Sachsen, Baiern und die Erbschaft Mathildens inne hatte, schienden übrigen Fürsten bedenklich, und selbst der Papst wirkte für die Hohen-staufen, deren Partei durch eine rasche Erwählung des jüngeren BrudersKonrad in Coblenz im Jahre 1138 die Gegenpartei überraschte. Nun !befand sich Konrad als König den Welfen gegenüber in gleicher Stellung, !wie sie früher seinem Hause gegenüber Lothar gehabt. Mit seiner Re- !gierung dauerte also die Uebergangszeit fort, die bis zur Befestigungder Hohenstaufen als Erben der Salier verfloß. Der zur Unterwerfungnicht geneigte Herzog Heinrich ward gereizt durch Aechtung und durchEntziehung des Herzogthums Sachsen, das an Albrecht den Bären, denSohn Otto's von Ballenstädt, auch von Askanien benannt, vergebenwurde. Während nun er mit Konrad von Zähringen die Erbgüter derHohenstaufen angriff, und Herzog Friedrich dieselben glücklich vertheidigte,sprach der König ihm auch Baiern ab und belieh damit seinen Halb-bruder Leopold. Daß im Lause des Krieges im Jahre 1140 Heinrichder Stolze zu Quedlinburg starb, brachte die Feindseligkeiten nicht zuEnde. Denn des Verstorbenen Wittwe und Schwiegermutter behaup-teten Sachsen für seinen hinterlafsenen unmündigen Sohn Heinrich, undsein Bruder Welf verfocht die Ansprüche auf Baiern. Im Süden ^entschied die Schlacht bei Weinsberg im Jahre 1140, worin der Schlacht- ^ruf die Hohenstaufen mit dem nachherigen Namen ihrer Partei nach ,einem ihrer Schlösser die Waiblinger nannte, das Uebergewicht desKönigs, und als im folgenden Jahre Leopold starb, erhielt dessen BruderHeinrich Jasomirgott das Herzogthum Baiern. Doch blieb Welf infeindlicher Haltung und erhielt zu dem Zwecke sogar Geldunterstützungen ^von dem Ungarkönig Geisa III. und dem Normannenkönige Roger, denendaran lag, den deutschen König in seinem Lande so zu beschäftigen, daßer in ihren Ländern keine Rechte geltend machen könne. Da imNorden das sächsische Volk die Sache seines jungen Herzogs aufrechterhielt, wurde Albrecht dadurch abgefunden, daß ihm die Mark Nord-sachsen frei von der herzoglichen Gewalt übertragen wurde, und ererweiterte sie durch selbstständige Kämpfe gegen die Slaven zu derMark Brandenburg, wie das Gebiet nach der eroberten slavischen StadtBrannibor genannt wurde. Nach Italien kam Konrad während seinerganzen Regierung nicht, so dringend auch die Aufforderungen dazu seinmochten. Der in den oberitalischen Städten auflebende republikanische