270 Die Reiche der Mosleme» und das christliche Spanien rc.
linie des französischen Königshauses, Heinrich, ein Enkel des im Jahr1031 als Herzog von Burgund eingesetzten Robert. Ausgezeichnet durchseine Thaten, erhielt er Alfonso's Tochter Theresia zur Gemahlin undwurde mit dem zwischen Duero oder Durius und Minho oder Miniuögelegenen Laude belehnt, das nach der alten am Ausflusse des Duerogelegenen Stadt Portus Cale, nachher Oporto genannt, den NamenPortugal erhielt. Dieses Land wurde nach Alfonso's Tode von demkastüischen Reiche unabhängig und gewann durch glückliche Kriege mitden Moölemen auch die zu selbstständigem Bestehen erforderliche Macht.Während aber Castilien die Hauptmacht der Christen bildete und gegendasselbe die Angriffe der -Morabethen gerichtet waren, standen sich imNordostcn ein moslemisches und ein christliches Reich in nicht mindereifrigem Kampfe gegenüber. Unter den Emiren hatte sich der vonZaragoza am meisten in Unabhängigkeit von den Morabethen erhalten.Daher hatte er die Angriffe des Königs Sancho von Aragonien, derschon in der großen Schlacht bei Salaka mitgefochten, allein auszu-haltcn, bis ihm nach der Einnahme von Fraga und Barbastro Jussuf,der doch auch den allgemeinen Vortheil des Islam wollte, im Jahre1093 gegen die immer schärfer nach dem Ebro vordringenden Aragonicrein Hülfshecr schickte und ihm so die Städte Fraga und Barbastrowieder gewinnen half. Das Ziel der Aragonicr ward setzt Huesca, undals bei Belagerung dieser Stadt Sancho im Jahre 1094 gefallen war,gelang es seinem Sohne und Nachfolger Pedro I. (1094—1104), demder sterbende Vater die Fortsetzung der Belagerung befohlen hatte, imJahre 1096 die Stadt nach Besiegung eines moslemischen Entsatzheercseinzunehmen. Dadurch wurde ein Zusammenhang zwischen den süd-westlichsten und südöstlichsten Gebieten Aragonicus, die schon bis an denEbro ausgedehnt waren, zwischen Navarra und Nivagorza, hergestellt,und Zaragoza selbst ward nun das Ziel der ferneren aragonischen An-griffe, die dasselbe im Jahre 1118 unter Pedro's Bruder und Nach-folger Alfonso I. in die Hände der Christen brachten und dadurch denCataloniern die Gewinnung von Tarragona erleichterten.
11. Die Erweiterungen deS christlichen Gebietes in Spanien be-trieben die Fürsten und die Völker in dein Bewußtsein, damit an derHerstellung des Gebietes der Kirche zu arbeiten, und so sehr auch Be-friedigung der Kampfeslust und Sicherung des eigenen Bestehens ihrenAntheil an den rastlosen Kämpfen hatten, wurde doch das Waffenhand-werk geadelt durch den nie erlöschenden Gedanken an den höheren Zweck,dem es diente. Im Gefolge der Eroberungen war daher überall dieHerstellung der geistlichen Gerichtsbarkeit der Bischöfe und in dem Ge-fühle der Dankbarkeit für das Gelingen stifteten die Fürsten Klöster,von denen manche zu Ruhestätten der fürstlichen Familien bestimmt