bis zum Ende des elften Jahrhunderts.
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Reiche losgerisscn hatten. In dieser Eigenschaft blieben sie in sofernbedeutend, als die Würde des Emir al Omra, von ihrer Verleihung ab-hängig, bei den Streitigleiten, die sich um dieselbe erhoben, dem vonihnen Vorgezogencn zu Theil wurde, und als oft Begründer neuerReiche ihre Bestätigung suchten, um den Schein der Nechtmäßigkeit zuerhalten. Während sich so das Leben des Kalifen ganz in das vonseinen Frauen bewohnte Haus, den Harem verlor, bestanden arabischeDichtung und Gelehrsamkeit, für deren Pflege es in allen großenStädten Anstalten gab, zwar fort, blieben aber auf enge Kreise be-schränkt, ohne auf die Völker einen Einfluß auszuüben. Auch verküm-merte die Dichtung unter der Verskünstelei und die Gelehrsamkeit ver-legte sich, ohne das Reich des Wissens zu erweitern, auf Uebersetzungfremder, besonders griechischer Werke, so daß sie sich höchstens durchErhaltung von Kenntnissen verdient machte.
3. In den Neichen, welche in raschem Wechsel nebeneinander undnacheinander in dem Bereiche des ehemaligen Kalifates entstanden, fehltemeistens alle nationale Grundlage, da nicht die Eigentümlichkeiten derVölker durch Absonderung sich Raum zur Entwicklung schafften, sondern,wie es bei Völkern auf den niedrigsten Stufen der Cultur zu ge-schehen Pflegt, Einzelne die Umstünde zu Gründung despotischer Herr-schaften benutzten. Es sind daher weniger Reiche als Dynastieen,welche den Gegenstand der Geschichte des arabischen Reiches bilden.
4. Die asiatischen Dynastieen stehen meistens auf dem Boden derdurch den Kalifen vertretenen Lehre des Islam und konnten so vommoslemischen Standpunkte aus als rechtmäßige erscheinen, wie dennauch die Kalifen ihr Ansehen dadurch wahrten, daß sie das, was sienicht hatten hindern können, anerkannten. Die Thaheriden, NachkommenThahers, herrschten seit dem Jahre 820 in Korasan, in Mawaralnahroder dem alten Baktrien und in Sedschcstan oder den Gegenden umden See Zareh und den untern Lauf des Hilmend. An ihre Stelletraten um das Jahr 870 die Soffariden, die Nachkommen Soffars,die von Sedschestan aus sich gegen sie empörten, sie erst von sich ab-hängig machten, dann an ihre Stelle traten, und mit Genehmigung derKalifen auch Farö oder das erweiterte Persis und Irak Adschemi oderMedien in Besitz nahmen. Sie wurden aber schon zu Ende des Jahr-hunderts ans Sedschestan beschränkt durch eine neue Dynastie, welcheSaman im Osten Asiens begründete. Schon unter den ThaheridenHerren von Mawaralnahr wurden die Samaniden, nachdem sie dieersten Siege über die Soffariden gewonnen, Herren der nordöstlichenTheile des Reiches und beherrschten dieselben mit Genehmigung derKalifen von Bokhara aus, bis gegen-Ende des zehnten Jahrhundertsvon Südosten her in der Dynastie von Gasna ihnen ein Feind erstand.
Kiesel, Weltgeschichte. II. - ^