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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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England und der Norden bis zum Ende des elften Jahrhunderts. 243

und sittlichem Ernst auch in die Kirche hineinbrachten. Schon AlkuinHatte in dieser Beziehung eine Abnahme zn beklagen. Bald aber be-gannen, obgleich sich eine äußere Einheit im Volke der Angelsachsen her-zustellen anfing, auch neue Storungen von Außen, welche zu noch größererZerrüttung und Verwilderung führten. Durch dieselben wurde der Ein-fluß der Angelsachsen auf die Entwicklung der übrigen abendländischenVölker geringer, aber während der Vereinzelung ihrer Geschichte ent-wickelten sich im Lande Verhältnisse, wodurch es mit den übrigen Staatender Christenheit in Wechselwirkung zu treten befähigt wurde.

2. Der König Egbert von Messer, der in seiner Jugend durchinnere Kriege vertrieben worden war und sich eine Zeitlang an Karlsdes Großen Hofe aufgehaltcn hatte, brachte im Jahre 827 eine Ver-einigung der sämmtlichen Reiche zu Stande. Messer, dem die Landschaft, Cornwallis schon unterthänig war, hatte bereits Süsser verschlungen,und von Mercia waren Kent, Esser und Oftangeln abhängig. Kriege,

! die Egbert gegen Mercia zu Gunsten Ostangelns unternahm, brachten

^ Mercia und die von ihm abhängigen Reiche jetzt unter die Oberherr-

I schaft von Messer, und die Unterwerfung Northumbriens folgte. Hier-

^ mit war die Bildung eines Reiches aus den sieben zwar noch nicht voll-endet, aber doch eingeleitet. Es war zunächst nur die Würde eines' Bretwalda, die durch Egbert erneuert und wirksamer gemacht wurde.

^ Im Laufe der Zeit erst verloren sich die Könige der übrigen Reiche.

Bis dahin blieb ihr Verhältnis; zu dem neuen Herrscher ähnlich demVerhältnisse von Vasallen zu einem Lehensherrn. Ueberhaupt war ausder Uebertragung der Einteilung der Gefolgschaften auf das besetztej Land und der nachträglichen Berücksichtigung nachgezogener Gefolgschafts eine der Lehensverfassung wenigstens ähnliche Verfassung hervorgegan-gen, wenn auch nicht das Lehenswesen, wie im Umfang des Karolingi-, schen Reiches, alle Verhältnisse des Lebens durchdrang. Als so die

l Fehden zwischen den einzelnen Neichen aufhörtcn, begannen die Angriffe

der Normannen, die hier unter dem Namen Dänen erscheinen, die kaumgewonnene Ruhe wieder zu vernichten. Auf ganzen Naubflotten kamensie über die Nordsee und plünderten nicht allein die Gegenden der Ost-küfte und der Südküste, sondern drangen, wie ihre Genossen in den, fränkischen Neichen thaten, tief in das Innere des Landes verheerend

! ein. Nachdem Egbert noch den Anfang dieser Schrecken gesehen, setzten

i dieselben sich fort unter seinem Sohne Ethelwulf und dessen vier Söhnen,

die der Reihe nach ihm folgten, Ethelbald, Ethelbert, Ethelred und Al-fred. Unter ihnen brachte Alfred, nachdem bisher selbst einzelne Siegeder Angelsachsen bei dem unaufhörlichen Andrange der Feinde keine! Rettung gebracht hatten, durch unermüdliche und einsichtige Thätigkeit

! das Unglück zum Stillstände und suchte mit einer in alle Verhältnisse