242 England und der Norden bis zum Ende des elften Jahrhunderts.
und Wales auch den südwestlichen Thcil der Insel, Cornwallis, besaßen. ^Doch war diese Verbindung, die sich in der bald diesem, bald jenemKönige übertragenen Würde eines Bretwalda darstellte, eine sehr lose,da sie durch jedesmaliges Bedürfnis' immer von Neuem geschaffen wurde.Auch konnte es an den mannigfaltigsten Kämpfen zwischen den ein-zelnen Reichen nicht fehlen. In der Zeit endloser kleiner Kriege, die demganzen Lande das Ansehn eines Feldlagers gaben, hatte sich aber seitPapst Gregor I. das Christenthum unter dem Volke verbreitet, dessenStammgenossen auf dem Festlande sich noch zwei Jahrhunderte spätermit aller Hartnäckigkeit im Heidenthnme zu behaupten suchten. So vielmuß sich unter den Greueln der mit der sächsischen Eroberung verbun-denen Zerstörung vom Christenthum erhalten haben, daß dasselbe beiseinem zweiten Erscheinen auf der Insel in den Resten seiner früherenHerrschaft Stützpunkte fand. Auch mag die Absonderung von der Hei- !math das Volk seinem ursprünglichen Wesen soweit entfremdet haben, !daß der Widerstand gegen die neue Religion hier nicht aus heimischen !Überlieferungen Kraft zum Widerstande schöpfte, und die Nähe der ^christlichen Britten sowie der christlichen Franken konnte nicht ohne Ein-fluß bleiben. Hier, wie anderswo, haben Frauenhände dem Samender christlichen Religion Pflege angedeihen lassen. Die Tochter desfränkischen Königs Charibert I., Bertha, mit dem Könige Ethelbert vonKent vermählt, beschützte die erste Thätigkeit der von Gregor I. gesandtenGlaubensboten. Wenn nun auch der Zustand des Landes der An-pflanzung des Christenthums hinderlich war, so wurde doch der Grundzu kirchlicher Einrichtung desselben durch die Stiftung von Bisthümern sgelegt, deren Metropole Canterbnrp war, bis im Jahre 735 für dienördlich vom Humber gelegenen Jork oder Eboracnm zur Metro-pole erhoben ward. An einzelnen Stellen, namentlich in Klöstern,schlugen christlicher Sinn und christliche Wissenschaft, zum Theil in >Folge der Verbindung mit der Kirche in Irland, so feste Wurzeln, daßangelsächsische Geistliche sich mit irischen in das Werk der BekehrungDeutschlands theilten. An Beda dem Ehrwürdigen, der im Jahre 735starb, hatte das Volk der Angelsachsen einen Lehrer, der das ganzeWissen der damaligen Zeit umfaßte, und sein Schüler Egbert, der ersteErzbischof von Jork, bildete den Alkuin, welcher der Schule von Jorkeinen allgemeinen Ruhm erwarb und, nachdem er in Geschäften an Karlden Großen geschickt worden war und dessen Freundschaft gewonnenhatte, auch für Verbreitung der Bildung im Frankenreiche wirkte, bis errm Jahre 804 als Abt des Klosters zu Tours starb. Das Christenthumgewann nicht in dem Maße, wie es sich im Lande ausbreitete, an Wirk-samkeit nach Innen, da die Neubekehrten, sobald sich aus ihnen auch derKlerus des Landes zu ergänzen ansing, einen Mangel an Frömmigkeit