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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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Das deutsche Reich bis zum Ende des elften Jahrhunderts.

die ihn zum Widerstande gegen den Papst ermunterte. Die Bischöfedes oberen Italiens gehörten der von Gregor bekämpften Richtung anund konnten nur durch Heinrich sich zu behaupten hoffen. Die welt-lichen Großen daselbst konnten ihre Absicht, durch königliche Begün-stigungen ihre Macht zu erweitern, nur dann ausführen, wenn Heinrichsein Versprechen brach. Doch trat er noch nicht offen gegen den Papstauf, weil die Verhältnisse in Deutschland noch unsicher für ihn waren.Noch im Jahre 1077 fand ein Reichstag zu Forchheim statt, den Gregorungeachtet der Einladung der Fürsten nicht besuchen konnte, weil Heinrichihm die Geleitssichcrheit verweigerte. Hier wurde, so sehr auch Gregordiesen Schritt nur im äußersten Nothfall zu thun gerathcn hatte, HerzogRudolf zum Könige gewählt. Jetzt begann der Krieg durch Deutsch-land zu wüthen. Unter dem neu gewählten Könige machte das Strebender Fürsten nach Erweiterung ihrer Schranken sich so geltend, daß vonihm, den sie von sich abhängig wußten, sehr Viele bald wieder abfielcn,und die unkirchliche Partei der Bischöfe erhöhte Heinrichs Aussichten, sichzu behaupten. Vergebens erbot sich Gregor, um die Entscheidung durchdas Schwert zu hindern, zu schiedsrichterlicher Vermittlung zwischenHeinrich und Rudolf, die er beide als Könige bezeichnete. Die ParteiRudolfs, zu welcher auch die wiederaufgestandenen Sachsen gehörten,war unzufrieden, daß er nicht sofort gegen Heinrich entschied, undHeinrich, der nach seiner Rückkehr die Alpenpässe beherrschte, verhindertedes Papstes Ankunft in Deutschland und zwang den Biöthümern ohneRücksicht auf kirchliche Befähigung seine Anhänger auf, so daß bei demWiderstand der kirchlichen Partei die Spaltung sich überall hin verbrei-tete, in vielen Bisthümern zwei Bischöfe sich entgegenstanden und Ver-heerung, Raub und Mord sich ins Unendliche vervielfältigten. Diebeiden Könige maßen sich in den Schlachten bei Melrichstadt im Würz-bnrgischen im Jahre 1078, bei Fladenheim in Thüringen und an derElster im Jahre 1080. Die Schlachten waren sämmtlich zu UngunftenHeinrichs, aber in der letzten fiel sein Gegner. Dessen HerzogthmnAlemannien hatte Heinrich schon nach der ersten, da er im Süden dieOberhand hatte, an den mit seiner Tochter Agnes vermählten aleman-nischen Grafen Friedrich von Hohenstaufen gegeben, gegen welchen nunBerthold als Gegner Heinrichs kämpfte, bis er in der Folge dadurchentschädigt wurde, daß er die Verwaltung der Neichsvogteien, der vonder gaugräflichen Gewalt erimirten Rcichsländer, im burgundischen Reicheerhielt, und seine sowie Welfs Güter in Alemannien von dem herzog-lichen Einflüsse freigesprochen wurden.

20. Inzwischen waren, da Heinrich, um sich fester zu stellen, sichden Schein der Bereitwilligkeit gegen päpstliche Anordnungen gegebenhatte, päpstliche Legaten wiederholt über die Alpen gekommen. Da aber

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