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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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Das deutsche Reich bis zum Ende des elfte» Jahrhunderts.

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Ulrich von Augsburg die Verzeihung seines Vaters suchte. Arnulf warbei einem Ausfälle aus dem von Otto belagerten Negensburg umge-kommen, und Konrad und Friedrich hatten schon früher Versuche gemacht,sich mit dem Könige zu vergleichen. Die Sache wurde im Jahre 954auf einem Reichstage zu Arnstadt beendet. Das Herzogthum Schwabenging an Burkards gleichnamigen Sohn über, Konrad verlor Lothringen,und dieses wurde in zwei Herzogthümer, Oberlothringen an der Moselund Niederlothringen an der Maas, getheilt, deren beide aus den Grafendes Landes gewählte Herzoge unter die Aufsicht des Erzbischofs Brunokamen. Als aber Heinrich sein Herzogthum, in welchem er als Sachseimmer noch eine Partei gegen sich hatte, mit Gewalt in Besitz nahm,erschienen die Madscharen wieder. In diesem neuen Kriege jedoch wardder Strom der von Osten andringenden Völkerwanderung für immergehemmt, da die Feinde im Jahre 955 bei Augsburg in einer entschei-denden Schlacht besiegt wurden, wo Ludolf und Konrad durch Tapferkeitihre Schuld bezahlten, Konrad sie auch durch den Tod sühnte. Es folg-ten bald Zeiten, wo die Madscharen aus ihrem Nomadenzustande ingeordnetes Leben übergingen. Wie die Deutschen, so waren auch dieBöhmen, von denen eine Hülfsschaar bei Augsburg mitgestritten hatte,von dem furchtbaren Feinde befreit und ihr Reich dehnte sich auf Kostender Madscharen über ganz Mähren aus.

9. Noch harrten die Angelegenheiten Italiens ihrer Entscheidung.Während des Krieges in Deutschland hatte Berengar ohne Rücksichtauf Otto walten können. Da von seiner Willkühr namentlich auch diezwischen den Apeninnen und dem adriatischen Meere gelegenen Gebietedes Kirchenstaates, die man in der Erinnerung an die dereinstige ost-römische Herrschaft Romania nannte, hart betroffen wurden, ging vondem Papste eine Aufforderung an Otto um Abhülfe aus. In Romwar auf Alberich, der von der festen auf der Moles des Hadrian er-richteten Engelsburg Nom unter dem Namen eines Senators beherrschthatte, sein Sohn Octavianus gefolgt. Dieser hatte, um der Herrschaftdesto gewisser zu sein, das in Rom thätige Parteiengetriebe benutzt, umsich zum Papste wählen zu lassen, und als solcher führte er den NamenJohann XII. Wie die päpstliche Würde im Laufe des zehnten Jahr-hunderts ein Spiel der Ehrsucht und Herrschsucht römischer Adelsfami-lien war, wurde der päpstliche Stuhl auch mehr als einmal währenddieser Zeit durch Männer von ganz ungeistlichem Charakter und Lebengeschändet. Der schlimmste unter ihnen ist Johann XII., der jedoch,ohne es zu wollen, eine günstige Wendung herbeiführt, indem erzur Erneuerung des Kaiserthums Anlaß gibt. Ludolf, der im Jahre956 zuerst mit einem deutschen Heere über die Alpen ging, erlag schonim Jahre 957 dem dortigen Klima, und Berengar hatte wieder freie