Das Karolingische Reich.
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Hildegard. Im folgenden Jahre starb Karlmann, und seine WiitweGerberga verließ mit ihren Kindern das Reich, um sich zu ihrem Va-ter nach Papia zu begeben. Nachdem Karl durch eine Versammlungfränkischer Großen zu Corbiniacum bei Laudunum als alleiniger Königanerkannt war, begann er seine kriegerische Thätigkcit im Jahre 772mit dem Kriege gegen die Sachsen, der auf einer Versammlung zuWorms beschlossen ward. Dieser Krieg, der nach den zu Grunde lie-genden Ursachen, wie nach der Art seiner Führung, ein Krieg zweierNationen und zweier Religionen war, zog sich volle dreißig Jahre hin.Die Sachsen, die ihn für ihr Bestehen zu führen glaubten, suchten demGegner, so oft andere Unternehmungen ihn nach andern Seiten riefen,das eben von ihm Gewonnene wieder zu entreißen. Für Karl aberwar die Bezwingung der Sachsen unerläßlich. Die lange schon aufden Grenzen geführten Verwüstungskriege mußten beendigt werden, wenndas Reich von dieser Seite Sicherheit erhalten, wenn es die Herrschaftüber die Friesen behaupten, wenn es alle Germanen umfassen und sichnach der Lage seiner Länder abrunden, wenn cs den Slave», die seineöstlicheren Länder bedrohten, durch Gewinnung der Elbeländer nach-drücklich entgegentreten sollte. Auch die Sache des Christenthums, dieder Frankenkönig zu führen hatte, erheischte die Verbindung Sachsensmit dem Reiche. Denn bis jetzt waren alle Bekehrungsversuche inihrem Lande von geringem Erfolge gewesen. Wo die Boten des Evan-geliums etwas gewirkt hatten, wurden sie bald, da kein weltlicher Schutzfür sie vorhanden war, sammt den Neubekehrten erschlagen oder ver-trieben. Auch der Umstand, daß kein hervorragendes Geschlecht überdas ganze Land seinen Einfluß erstreckte, erschwerte die Bekehrung, dakein fester Mittelpunkt zu gewinnen war, von welchem aus das Chri-stenthum sich hätte verbreiten können. Dazu kam, daß das Heidenthum,so lange es bei den Sachsen bestand, auch das noch junge Christcnthumder benachbarten Friesen, Chatten und Thüringer fortwährend gefährdete.Die Gegenden zwischen dem untern Rhein und der untern Elbe wurden,wie sie es einst unter den Römern gewesen waren, der Schauplatz einesgroßen Krieges. Aber der Krieg endete diesmal mit der Unterwerfung desangegriffenen Volkes. Nach drei Heereszügen, die in den Jahren 772,775 und 776 bis an die Weser gingen, hielt Karl im Jahre 777 einMaifeld im Sachsenlande zu Paderbrunna, wo viele sächsische Edle erschie-nen und Unterwürfigkeit gelobten. Während Karl im Jahre 778 in Spa-nien war, drangen die Sachsen verheerend bis an die Ufer des Rheinesvor, und nach seiner Rückkehr erschien er siegreich im Jahre 779 wiederan der Weser und im Jahre 780 an der Elbe. Von den drei Stämmender Sachsen, deren mittlerer, die Engern, zu beiden Seiten der Weserwohnte, war der westliche, die Westphalen, jetzt unterworfen, die Engern,