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Das fränkische Reich bis auf Karl den Großen.
nach dem germanischen Brauche der Blutrache Alles gegen Chilperichaufbieten zu müssen, und dieser, der schon während des Avarenkriegesverrätherisch in Austrasien eingefallen war, sah sich setzt von Siegbertangegriffen. Neustrien ward erobert und die Großen des Reiches warenim Jahre 575 im Begriffe, den Sieger durch Erhebung auf den Schildals ihren König anzuerkcnncn, als Meuchelmörder, von Fredegunde ab-gesandt, ihn ermordeten. Chilperich kam wieder in Besitz seines Reichesund ließ Bruuhilde, die in seine Hände gefallen war, in Rotomagusgefangen halten, während Siegberts unmündiger Sohn Childebert II.in Austrasien als König anerkannt wurde. Von dieser Zeit an griffGuntram, der als König von Burgund setzt in Cabillonum an der Sau-cona wohnte und eine Zeitlang sein Reich gegen Naubzüge der Longo-bardeu zu vertheidigen gehabt hatte, in die Angelegenheiten der beidenandern Reiche ein. Er war gottesfürchtig, der Kirche ergeben, wegender Verwilderung seiner Landsleute bekümmert und auf Erhaltung desReiches und des Herrscherstammes bedacht. Er stützte die HerrschaftChildeberts II., für den die aus der Gefangenschaft entkommene Brun-hilde die Negierung führte, und nahm denselben, da er keine Kinderhatte, an Sohnes Stelle an. Zwar fürchteten die austrasischcn Großenvon Brunhildens und Guntrams Thätigkeit eine Befestigung der könig-lichen Macht, welche ihre eigenen Pläne auf Gewinnung einer freierenStellung hindern würde, und bewerkstelligten ein Bündniß zwischen Au-strasien und Neustrien gegen Guntram. Doch ein im Volke gegen dieseVerbindung sich regender Unwille beraubte die Urheber derselben ihresEinflusses und das austrasisch-burgundische Bündniß ward hergestellt.Kurz darauf wurde Chilperich ermordet, und auf Fredegundens Hülfe-ruf erschien Guntram in Parisii, sicherte auch hier dem unmündigenKönige, ihrem und Chilperichs Sohne Chlotar II., die Herrschaft undwies die Austrasier zurück, welche entrissene Gebictstheile abgetretenund Fredegunde als Mörderin Siegberts ausgeliefert sehen wollten.Guntram war indeß bei seinem guten Willen nicht stark genug, durchBefestigung des königlichen Ansehens überall die Ordnung zu handhaben.Bei einem Kriege, den er nach dem Falle Hermenegilds, des Gattenvon Childeberts Schwester Jngundiö, gegen die Westgothen unternom-men, hatte er sogar sehen müssen, daß das ausgesandte Heer zügellosim eignen Lande plünderte und gegen Nekkared also nichts ausrichtete.So konnte er auch dem Streben der austrasischen Großen nach aristo-kratischer Umbildung der Verfassung nicht wehren, und erst durch Besie-gung seiner Feinde in offenem Kriege behauptete sich Childebert. DieEntfremdung der Basoaren und deren Anschließen an die Longobardenveranlaßte den austrasischen König zu einem Heereszuge gegen denlongobardischen König Autharis, aber das Heer schmolz bei seinen Aus-