Die Araber bis zu Ende des achten Jahrhunderts und die Wcstgoihcn. 123
an der Herrschaft berief und sich nur die gallischen Besitzungen vorbe-hielt, bis sein Tod im Jahre 573 auch diese an Leowigild brachte.Leowigild erhob die königliche Macht auf ihre Höhe und erweiterte dasGebiet. Das bedeutendste Ereigniß seiner Negierung ist aber der Aus-bruch des Kampfes zwischen den Bekennern der beiden Religionen, derzu der Bekehrung der Destgothen führte. Anfangs hatte sich der Königden Katholiken freundlich gezeigt, wie er denn auch in erster Ehe mitder Tochter des in Neukarthago wohnenden römischen Statthalters ver-mählt war. Doch als er sich mit Athanagild's Wittwe Goswintha,einer eifrigen Anhängerin des Arianismus, vermählt hatte, nahm er eineandere Stellung ein und, da von seinen Söhnen aus erster Ehe Her-menegild, der ältere, sich entschieden der katholischen Lehre zuwandte,begann der Streit in seiner eigenen Familie. Hermenegild, sowie sei-nem Bruder Nekkared hatte der Vater, um die Negierung in seinerFamilie erblich zu machen, Autheil an den Geschäften derselben gegeben.Als aber zwischen Hermenegilds katholischer Gemahlin Jngundis, einerTochter Brunhildens, und seiner Stiefmutter Goswintha eine unerträg-liche Feindschaft eintrat, wies der König seinem Sohne Hispalis alsWohnort an. Hier legte dieser unter dem Einstusse seiner Gemahlin unddes Bischofs Leander den Arianismus ab und trat förmlich in die ka-tholische Kirche. Es entwickelte sich nun ein Verhältnis', das dem Sohnekeinen anderen Weg als den des offenen Widerstandes ließ. Ein Theilder katholischen Bevölkerung erhob sich für ihn, der Suevenkönig rücktezu seiner Unterstützung in das Land und das in Cantabrien wohnendenoch heidnische Volk der Basken, das immer nur in zweifelhafter Ab-hängigkeit vom Reiche gestanden, trat feindlich auf. Doch Leowigildtrug den Sieg über alle Feinde davon. Die Basken bezwang er zuerstund legte in ihrem Gebiete die Stadt Victoriacum an. Der KönigTheodemir ward zum Rückzüge gezwungen. Hermenegild, für den derverbannte Bischof Leander in Constantinopel Unterstützung zu gewinnensuchte, konnte nach zweijähriger Belagerung Hispalis nicht mehr halten,floh nach Corduba, lieferte sich gegen Zusage der Verzeihung in dieHände des Vaters und ward von diesem nach Valentia geschickt. Inder Folge verließ er diese Stadt, ward aber in Tarraco gefangen ge-nommen und auf Befehl seines Vaters, da er das Abendmahl nicht ausden Händen arianischer Priester nehmen wollte, im Jahre 585 enthauptet.Leowigild benutzte, da indessen Theodemir gestorben war, die in dessenReiche entstandenen Zwistigkeiten und eroberte dasselbe noch im Jahre585. Zu gleicher Zeit wurden Angriffe der Franken auf Septimaniendurch Nekkared siegreich zurückgeschlagen. Das Reich besaß, als Leowi-gild im Jahre 586 zu Toletum starb, seine größte Stärke, da auch dieOströmer, die nicht einmal aus dem inneren Kriege Nutzen zu ziehen