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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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Die Araber bis zu Ende des achten Jahrhunderts und die Westgothe». HZ

gefördert worden. Für den Gedanken einer Verbindung christlicherVölker zu gemeinsamer Abwehr war die Zeit noch nicht reif. In denneuen Staaten waren alle Verhältnisse noch so sehr in der Gestaltungbegriffen, daß alle Kraft sich nach Innen richten mußte und der ältesteStaat, der oströmische, war so zerrüttet, daß er dem verheerendenStrome keinen Damm entgegensetzen konnte.

.2. Die Araber, später in den westlichen Ländern mit einem Worteihrer eignen Sprache Saracenen oder Morgenländer genannt, warenvon allen großen Reichen, die sich bis in die Nähe ihres Landes erstreckthatten, nur leicht und vorübergehend berührt worden. Die Wüsten desLandes und die nomadische Lebensart der Bewohner gestatteten keintiefes Eindringen und selbst in den Grenzgebieten keine Begründungdauernder Herrschaft. Die Betheiligung des in viele Stämme getheiltenVolkes an den Angelegenheiten der Welt bestand in dem Karawanen-handel. Im Uebrigen führte jeder Stamm unter seinem Haupte oderEmir ein Hirtcnleben, und die Städte, die es im Lande gab, sind hin-sichtlich ihres Ursprungs auf den Betrieb des Handels zurückzuführen,der hie und da das Bedürfniß fester Niederlassungen Hervorruf. DieThaten, welche die Erinnerung beschäftigten und die Gefühle erregten,waren die Befehdungen der Stämme untereinander und die Handlungender Blutrache. Der Werth, der diesen Thaten beigelegt wurde, ver-bunden mit der Absonderung der Stämme, verlieh in den Augen jedesEinzelnen der Herkunft eine besondere Wichtigkeit, und mit Stolz wurdendie Namen dev Vorfahren in langer Reihe im Andenken bewahrt. DieDichtung, zu welcher das Volk durch eine rege Einbildungskraft, durchStärke der Empfindung, durch eine reiche Sprache befähigt war, bezogsich meistens auf die Angelegenheiten des Hasses und des Stolzes undihre mittelbaren unter dem Einflüsse von Betrachtung und Erfahrungentstehenden Gebilde waren Sprüche, Gleichnisse und Räthsel. Einemythische Dichtung, in welcher sich eine verdunkelte Kunde von göttlicherLeitung menschlicher Angelegenheiten ausgesprochen hätte, besaßen sienicht. Daher findet sich bei ihnen auch nicht die Vielgötterei andererVölker. Ihre Religion war, wie sich die Kenntniß Gottes im Verlaufeder Zeit bei ihnen verloren hatte, zum Sterndienste oder Sabäismusgeworden und, wo sich Götzendienst bei ihnen findet, ist es keine Ver-ehrung von Wesen, die die Einbildungskraft mit menschlichen Eigen-schaften ausgestattet und durch Wort und Bild in das Gebiet derAnschauung gerückt hätte, sondern Verehrung einer dunkel in weitesterFerne geahnten Naturkraft, zu deren Zeichen auch Dinge dienen können,welche nicht einmal eine sinnbildliche Beziehung auf deren vermeintlicheBeschaffenheit zulassen. Als sittliche Eigcnthümlichkeiten treten nebenglühender Leidenschaftlichkeit Kriegsmuth, Gastlichkeit, Anhänglichkeit an

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