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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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94 Das oströmische Reich bis gegen Ende des achten Jahrhunderts,

Kindesalter als Geisel zur Befestigung des Friedens nach Constantinopelgeschickt worden und hatte so seine Erziehung unter römischen Einflüssenerhalten. Nachdem er als Beherrscher seines Volkes einen neuen Kriegbegonnen und Thessalien und Makedonien verheert hatte, wurde erim Jahre 483 von Zeno in Constantinopel beim Abschlüsse des Friedensmit Ehrenbezeugungen überhäuft und mit der Vertheidigung der Nieder-donan beauftragt. Hierdurch erhielt er eine ähnliche Stellung, wie sieeinst Alarich gehabt, und wenn auch leicht die Aussicht auf ein festeresBestehen ihn aus den von wandernden Völkern noch immer angegriffenenGegenden nach Italien gelockt haben kann, so ist die Nachricht, daß Zenoihn auf die Eroberung dieses Landes hingewiescn, nicht unwahrscheinlich.Wie Honorius den Athaulf nach dem fast verlorenen Gallien, mag Zenoden Theodorich nach dem ganz verlorenen Italien geschickt haben, umden gefährlichen Nachbar zu entfernen. Daneben kann auch Friedrich,der Sohn des von Odoaccr besiegten Nugierkönigs, auf TheodorichsEntschlüsse gewirkt haben.

3. Jetzt entstand an der Stelle der durch Odoacer gegründetengermanischen Herrschaft eine neue in der Art, daß dadurch das Aufhörender römischen noch viel entschiedener ausgesprochen ward. Das Volkder Ostgothen zog mit Weibern und Kindern und aller beweglichenHabe von Sirmiuin aus über die Alpen, überwand die Gepiden, diewährend seiner Heerzüge gegen Osten sich auch in Pannonien ausge-breitet hatten, in einer Schlacht, und stieg im Jahre 489 bei Aqnilejain die Ebenen Italiens hinab. Am Flusse Sontius trat ihnen Odoacerentgegen und wurde geschlagen. Eine zweite Schlacht verlor derselbebei Verona. Als er sich gegen Papia zurückzog, brachte sein FeldherrTufa, der von ihm abgefallen war, durch seinen Rücktritt den Gegnerin Verlegenheit, während zugleich ein Streifzug der Burgunder Mangelan Lebensmitteln verursachte. Doch durch einen westgothischen Zuzugverstärkt, siegte im Jahre 490 Theodorich zum dritten Male an derAddua über ein Heer, mit welchem Odoacer von Ravenna aus ange-rückt war. Dieser zog sich nach Ravenna zurück und hielt daselbst einefast dreijährige Belagerung aus. Vergebens war es, daß der Erzbischofvon Ravenna einen Vergleich zwischen beiden arianischen Königen ver-mittelte. Theodorich brach ihn, indem er den Gegner niederhauen ließ.So lange der Kampf gewährt, hatte Rom, ohne sich auf eine Seite zuneigen, sich selbst regiert, aber das Bedürfniß eines Schutzes gegen dieauf allen Seiten nahen Barbaren mußte bald zu Gunsten desjenigenentscheiden, der diesen Schutz gewähren konnte. Theodorich bewog dieBurgunder, die fortgeschlcppten Gefangenen herauszngeben, sicherte durchBündniß mit den Vandalen, die ihm Sicilien überließen, von Neuemdie Küsten und trieb die rohen Rugier, die im Lande grausam wütheten,