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Das römische Reich unter den Imperatoren.
war und in Constantinopel lebte, ihm durch Anbieten ihrer Hand einenAnspruch auf einen Thcil des Reiches gegeben zu haben schien. ImJahre 451 wälzte sich sein unermeßliches Heer durch Germanien gegenden mittleren Rhein. Es scheint, daß sein nächstes Ziel die Westgothenwaren, durch deren Bezwingung er dem weströmischen Reiche seine Haupt-stütze zu nehmen gedachte. Sein Zug brachte theils mittelbar, theilsunmittelbar eine Menge germanischer Völker in neue Gegenden, so daßnach jenem Zuge die Stellung der nordischen Völker eine verändertewar. Aetius hatte der drohenden Gefahr gegenüber nicht bloß die West-gothen, sondern auch die übrigen in Gallien wohnenden Germanen zueinen: Bündnisse mit Nom gewonnen und cs begegnete den: hunnisch-germanischen Andrange ein römisch-germanischer Widerstand. Im Ge-biete der Catalaunen, bei dem Orte Muriacum, trafen beide Heereaufeinander und ein Sieg des Aetius rettete die Welt von Ueberflutungdurch Barbarei. Attila kehrte über den Rhein zurück und unternahmim folgenden Jahre einen Einfall in Italien. Von Aquileja her ver-breitete er Verwüstung über die Ebenen des Po. In Venetien rettetesich ein Theil der Bevölkerung auf die kleinen Inseln am Ausflüsse derBrenta, wodurch der Grund zu der nachmaligen Stadt Vcnctia oderVenedig gelegt wurde. Auf dem Wege nach Nom bewog ihn eine Ge-sandtschaft, an deren Spitze Papst Leo der Große stand, zur Umkehr.Im Jahre 453, als er die beiden römischen Reiche durch neue Forde-rungen schreckte, starb er eines plötzlichen Todes und mit ihm war desVolkes Macht dahin. Der König der Gepiden, Ardarich, befreite sichdurch eine Schlacht in Pannonien, wo Attila's ältester Sohn, Ellak,fiel, von hunnischer Herrschaft. Aehnlicheö thaten andere unterworfeneVölker. Die Hunnen lösten sich in einzelne Schaaren auf und zogen sichunter Attila's uneinigen Söhnen in die Gegenden am Pontus zurück, wosie zum Theil mit andern aus Asien eingedrungenen Völkern verschmolzen.
47. Die Stellung der nordischen Völker, welche ein Ergebniß vonder Bildung des großen hunnischen Reiches, den Heerfahrten Attila'sund der Auflösung seines Reiches bildet, ist folgende. Der ostwärtsvon der Elbe gelegene Theil Germanienö erscheint als der Wohnplatzsarmatischer oder slavischer Völker. Wahrscheinlich haben Slavcn, dieschon unter den Germanen hier gewohnt hatten, über diese, die sich durchfortwährende Auszüge von Gefolgschaften gegen Süden geschwächt hat-ten, die Oberhand gewonnen, indem sie sich zugleich durch ihre vonOsten nachrückenden Stammgenossen verstärkten. Südwestlich von ihnenentsteht durch Vereinigung von Stämmen und Gefolgschaften der suevi-schen Völker das Reich der Thüringer, im Nordwesten an die Sachse»,in: Westen an die Chatten grenzend und gegen Süden in die oberenMaingegenden hineinveichend. An der pannonischen Donau, in der