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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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44 Das römische Reich unter den Imperatoren.

allgemeinen Noth seinen Genüssen nachgehendcn Gallienus. Je we-niger Kraft vom Mittelpunkte des Reiches ausströmte, je wenigerdie Grenzländer von dort her Hülfe hoffen konnten, desto natürlicherwar ihr Anschließen an diejenigen, welche in unbefugter Ausübung vonNegierungsgewalt in den einzelnen Gegenden durch Waffen oder Unter-handlung der Verheerung Einhalt thaten. So erwuchsen in vielen Pro-vinzen aus den dort stehenden Befehlshabern selbstständige Herrscher.Die größte Kraft entfalteten zwei derselben, die gewiß auch von einerin ihren Ländern längst vorhandenen Neigung zur Absonderung unter-stützt wurden und durch Linderung größter Noth sich auch um dieselbenverdient machten, Postumns in Gallien und Odenathus in Syrien. Po-stumus hatte schon unter Valerianus dem zur Bekämpfung der Frankennach Gallien geschickten Gallienus zur Seite gestanden und erwarb nach-her in selbstständiger Fortsetzung dieses Kampfes die Herrschaft, die ervom Jahre 258 bis zum Jahre 267 bekleidete und die, als er in einemAufstande seiner Soldaten fiel, von diesen nach einem raschen Wechselvon Nachfolgern schließlich an Tetricus vergeben wurde. Im Osten hattenach Valerianus' Gefangennehmung erst Macrianus sich die Herrschaftangemaßt, dann Balista ihn verdrängt, der die Perser aus Kleinasienvertrieb. Inzwischen war zu Palmyra, dem alten Tadmor, in Odena-thus ein Netter der östlichen Provinzen erstanden, der mit Benutzungder Kräfte des Landes die Perser und den Balista verdrängte und,von Gallienus als Augustus anerkannt, Syrien, Mesopotamien, einenTheil Kleinasiens und für einige Zeit sogar Aegypten beherrschte. Sowurde Palmyra, das, im Kreuzungspuukt von Karawancnwegen liegend,längst mitten in der Wüste eine blühende Stadt gewesen und durch seineAbgelegenheit selbst zur Zeit der im Innern des Seleucidenreiches herr-schendem Unruhen verschont worden war, die Hauptstadt eines blühendenStaates. Nachdem Odenathus vom Jahre 261 bis zum Jahre 267geherrscht, wurde er zwar von einem Verwandten, Mäonius, der nachder Herrschaft trachtete, ermordet, aber seine kluge und entschlosseneFrau, Zenobia, wurde des Verräthers Meister und behauptete sich alsKönigin des Reiches, dessen Regierung sie schon mit ihrem Gatten ge-theilt hatte.

23. Jetzt, da das Reich schon zerfallen ist, überwindet es noch ein-mal die Auflösung durch eine Reihe von Herrschern, die, obgleich vonden Truppen erhoben und gestürzt, den römischen Waffen bei den Bar-baren neue Achtung verschaffen und dadurch auch im Innern wenigstensfür einige Zeit das zu einem kräftigen Walten erforderliche Ansehn be-sitzen. Gallienus fiel im Jahre 268 vor Mediolanum durch eine Ver-schwörung unter seinen Truppen, als er in dieser Stadt den in Rhä-tien mit dem Ansprüche auf die Herrschaft aufgetretenen Aurevlus bela-