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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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Das römische Reich unter den Imperatoren.

Elagabalus ihn fürchtete und durch einen gegen ihn gemachten Anschlagseinen eignen Sturz beschleunigte. Der scheußlichste unter den Impera-toren ward im Jahre 222 in die Tiber geworfen und sein Andenkenverflucht.

19. Es folgte die Regierung des wohlwollenden, aber zu weichenAlexander, den seine Mutter klug leitete, und unter dem die Rechtö-gelehrten Ulpianus und Paulus, beide zu Befehlshabern der Prätorianerernannt, als Rathgeber wohlthätig für die Verwaltung wirkten. Jetztbegannen die Gefahren von Außen an zwei Stellen drohender zu wer-den. Mit dem Reiche der Parther ging eine Veränderung vor, welcheden von Osten kommenden Angriffen einen verstärkten Nachdruck gab.Dieses Reich umfaßte unter der Hoheit der parthischen Könige eineAnzahl von Staaten, die unter besonderen Fürsten nur in einer losenUnterordnung standen. Der Titel König der Könige, welchen die par-thischcn Könige führten, bezeichnet ebenso sehr, wie er die Ausdehnungihrer Herrschaft andentct, die Schwäche ihrer Macht. Die Kriege,welche sie lange mit den Römern geführt, mögen noch mehr die Locke-rung ihrer Macht gefördert haben. In der Zeit des Alexander Seve-rus stürzt dieselbe zu Boden vor einer inneren Erhebung, die an dieStelle der Parther ein anderes der zum Reiche gehörigen Völker alsherrschendes setzt. Dieses Volk sind die Perser, wahrscheinlich nicht bloßdie Bewohner der Landschaft Pcrsts, sondern der Inbegriff aller zurZeit der alten Perserherrschaft durch persische Sitte, Sprache uud Reli-gion geeinigten Volker. Ein langer innerer Zwiespalt zwischen diesenPersern im weiteren Sinne als den Erben altpersischer Cultur undden unter griechischen Einflüssen allmälig civilisirten parthischen Noma-den scheint zum Ausbruche gekommen zu sein, so daß die Umwälzungeinen Sieg des orientalischen Wesens über das eingebürgerte halbgrie-chische bewirkte. Mit dem Jahre 226 erscheint als Beherrscher des bishe-rigen parthischen, nunmehr persischen Reiches Sassans Sohn Ardschir,von den Griechen Artarerres genannt, Stifter der Dynastie der Sassa-niden. Hauptstadt des Reiches blieb Ktesiphon. Ardschir trat den Römerngegenüber auf mit Ansprüchen auf die Herrschaft Asiens in dem Um-fange, wie die alten Perserkönige sie besessen. Eine hierdurch veran-laßte Kriegsunternehmung Alexanders, den auch setzt seine Mutter lei-tete, erreichte durch deren Besorgniß nicht das Ziel, auf das die Rü-stungen deuteten, und brachte eine augenblickliche Ruhe, während er denNachfolgern die Aufgabe fortwährender Abwehr stellte. Einer zweitenGefahr hatte Alexander am Rheine zu begegnen. Aehnliche Verhält-nisse, wie sie der Entstehung des markomannischen Bundes und demKriege unter Aurelius zu Grunde gelegen, hatten auch im westlichenGermanien dem Drängen der Völker gegen die römischen Grenzen