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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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Das römische Reich unter den Imperatoren.

Antipas auf Antrieb seiner Gemahlin Herodias in Rom eine Erweite-rung seiner Tetrachie zu erwirken suchte, war er in Folge von Agrip-pa's Gegenwirkungen nach Lugdunum verbannt und seine Tetrarchieebenfalls diesem verliehen worden. Um diese Zeit war in Judäa großeAufregung wegen der Weigerung der Juden, ein Standbild des Cali-gula zu göttlicher Verehrung in ihrem Tempel aufstellen zu lassen.Agrippa, der in dieser Zeit wieder in Nom erschienen war, bewog denCaligula, die Durchführung der angeordneten Maßregel zu verschiebenund, da er bei dem bald erfolgten Tode desselben zur Erhebung desClaudius mitwirkte, erhielt er zu seinem bisherigen Gebiete Judäa undSamaria. Nach der Furcht, in welcher Caligula die Juden erhaltenhatte, erschien ihnen der Enkel der haSmonäischen Mariamne als einRetter. Ihren Erwartungen zu entsprechen, ließ er Jerusalem befesti-gen und verfolgte die Christen, wobei Jakobus der Aeltere hingerichtctund auch an Petrus Hand gelegt wurde. Seit seinen: im Jahre 44erfolgten Tode war das Land in wilder Gährung. Räuberbanden,welche durch die Erbitterung gegen die Nömerherrschaft sich bildeten undtäglich wuchsen, Betrüger, welche die fortdauernde Erwartung einesMessias zur Täuschung der Menge benutzten, verbreiteten Aufregungund Unsicherheit. Das hohepriesterliche Amt war ohne Ansehen, weil dieEntartung des Priesterthums den Machthabern häufige Gelegenheit gab, dieTräger des höchsten Priesteramtes zu wechseln. Das Recht, dieses Amtzu besetzen, war erst von den Procuratoren, dann von Agrippa geübtworden, kam aber nach Agrippa's Tode an dessen Bruder, der gleich-falls Herodes hieß, den Beherrscher der am Libanon gelegenen syrischenLandschaft Chalcis und, als dieser gestorben war, mit jener Landschaftan deS Herodes Agrippa gleichnamigen Sohn, dem so die unlösbareAufgabe zufiel, zwischen den Juden und den römischen Procuratoren zuvermitteln. Unter dem willkührlich und grausam schaltenden GessiusFlorus führte im Jahre 66 die Weigerung, dem Kaiser zu opfern, einenförmlichen Aufstand herbei und Vespasianus erschien als Nero's Feldherrin Palästina. In Galiläa widerstand ihm einige Zeit der durch seineMutter von den Hasmonäern abstammende, zu den Pharisäern gehö-rende Josephus, der bei Eroberung der Feste Jotapata gefangen wurde,später durch Vespasianus die Freiheit erhielt, dessen Gentilnamen Fla-vius annahm und nach Beendigung des jüdischen Krieges zu Nom ingriechischer Sprache die Geschichte dieses Krieges, sowie die ältere Ge-schichte seines Volkes schrieb. Die Fortschritte der römischen Waffenunterbrach Vespasianus' Erhebung zum Herrscher des Reiches. DerKrieg wurde aber beendet durch seinen gleichnamigen Sohn, der nurzum Unterschiede von ihm mit seinem Vornamen Titus genannt wird.Im Jahre 70 wurde Jerusalem erobert, nachdem die Juden, ungeachtet