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Barfüßele
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wuchs, um so weniger Aufmerksamkeit wurde ihr geschenkt;denn die Menschen betrachten nur die Blüthcn und dieFrüchte mit teilnehmendem Auge, nicht aber jenen langenUebergang, wo das Eine zum Andern wird.

Noch bevor Amrei aus der Schule entlassen wurde,gab ihr das Schicksal ein Räthsel auf, das schwer zulösen war.

Die Kinder hatten einen Ohm, der sieben Stundenvon Haldenbruun, in Fluorn Holzhauer war; sie hattenihn nur Einmal gesehen bei dem Begräbnisse desVaters, er ging hinter dem Schultheiß, der die Kin-der an der Hand führte. Seitdem träumten die Kin-der viel von dem Ohm in Fluorn. Man sagte ihnenoft, er sähe dem Vater ähnlich und nun waren sie nochmehr begierig ihn Zusehen, denn wenn sie auch noch manchmalglaubten, Vater und Mutter müßte» plötzlich kommen,es könnte ja gar nicht sein, daß sie nicht mehr da wären,so gewöhnten sie sich doch nach und nach daran, dieHoffnung aufzugebcn und um so mehr, je mehr Jahrevergingen in denen sie das Grab der Eltern mit Vogel-beeren besteckten, und nachdem sie schon lange denNamen der Eltern auf ein und demselben schwarzen Kreuzelesen konnten. Auch den Ohm in Fluorn vergaßen sicfast ganz, denn sie hörten viele Jahre nichts von ihm.Da wurden die beiden Kinder eines Tages in das Hausihres Pflegers gerufen. Dort saß ein Mann, groß undlang und mit braunem hartem Gesichte.

„Kommether, Kinder," rief der Mann den Eintreten-dcn zu. Er hatte eine rauhe, trockene Stimme. „Kennetihr mich nicht mehr?"

Die Kinder sahen ihn mit aufgerissenen Augen an.