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1 (1907) Einleitung und Text
Entstehung
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LXXXIX
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XI. Lebensalter der Immatrikulierten.

LXXXIX

Genannten, so z. B. auch der 6. März 1572 inskribierte Enkel Job.Hartnngs. Daß es aber trotz der mächtigen Fürsprecher nicht immerganz leicht ging, beweist eine Stelle im Protokoll vom 28. Februar1572, wonach erst nach langem Widerspruch und gründlicher Erörte-rung (diversis obiectionibus interpositis deliberatione quoque habita)dem Wunsche Hartungs, sein Enkelchen trotz seiner sieben Jahreschon zu immatrikulieren, von den Senatoren entsprochen wurde.

Als Mittelspersonen, die für Minderjährige den Eid (einstweilen)leisteten, pflegten einzutreten:

1. der Vater des Betreffenden, oder ein naher Verwandter 1 ,namentlich wenn derselbe zugleich

2. Professor der Universität war: 29. Juli 1568 Hartung fürseinen Enkel Jo. Casp. Baidung; 6. März 1572 Dr Jacob Streitfür Jo. Baidung;

3. Lehrer und Erzieher (praeceptores und paedagogi) : 26. Oktober1575 leistet ein Lehrer für nicht weniger als fünf minder-jährige Zöglinge den Eid;

1. Vorsteher einer Burse oder eines Kollegiums: 29. Oktober 1575mgr. Leonh. Bernhardinus praeses S. Galli;

5. angesehene Freiburger Bürger: 11. Januar 1556 für zwei pueriJ. Rutterer se pro illis obligavit, qui est civis Friburgicus.

Die Vorschrift und Übung, daß für Minderjährige von Erwachsenender Aufnahmeeid geleistet wird, wurde aber nicht immer eingehalten.12. Juni 1540 berichtet der Rektor im Senat: nonnullos adolescentesad ipsum venire, qui petant immatriculari, qui tamen vix iuramentumintelligant, super quo petat informari, an debeat ab illis iuramentumrecipere, super quo conclusit universitas, quod omnes huc convolantespro more iurent et intitulentur, et si tam iuvenes fuerint, quod iurandanon intelligant, eadem ipse magnificus diis, rector ipsis vernaculalingua declaret, et pedagogis aut parentibus eorum demandet, ut dictosiuvenes ad huiusmodi iuramenti observationem velint adhortari. Voneinem Ersatzeid durch Erwachsene ist hier also keine Rede, dagegenvon einer Erklärung des von den iuvenes selbst lateinisch zuleistenden Eides durch den Rektor in deutscher Sprache. Ähnlich

1 24. Februar 1553: Dr Jo. Bernliardus Rümelin petit filium suum mino-rennem in matriculam universitatis recipi exhibens se fidem daturum et iuratu-rum ipsius nomine super statuta ab intitulandis prestanda, donec filius ad legitimamperveniat aetatem, domini in id consentiunt ea lege, ut hoc signetur in matriculam,quodque adepta aetate ipsemet iuret. Aus unbekannten Gründen ist aber erst14. Oktober 1558 außer der Reihe, am Schluß aller Inskribierten des Semestersein Bernliardus Rimmelin Argentinensis laicus, damals natürlich volljährig, immatri-kuliert. 5. November 1621: Lud. Wiel Friburg, admodum puer, sed pro eo,donec adolesceret, fidem dedit frater Jo. Jac. Wiel mgr. art.