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Einleitung.
Als Ortsname selbst ist gewöhnlich der Geburtsort des Betreffendenangegeben, mitunter besonders noch als solcher gekennzeichnet durchnatus in —, oriundus de —. Aber es ist dies nicht immer der Fall.Manchmal ist mit dem durch ex oder de an den Personennamen an-gefugten Ort auch der damalige Wohnort der Eltern, der dem Betreffen-den und seiner Familie durch langjährigen Aufenthalt gewissermaßenzur zweiten Heimat geworden war, oder der Ort des letzten Aufenthaltsdes von da nach Freiburg gekommenen Studenten gemeint. Ich erinnerehier nur an die bekannten Namen Jo. Geiler de Kaisersberg, bekannt-lich in Schaffhausen geboren, und Mart. Walzenmüller de Friburgo, der,wie P. Albert in Z. G. 0. N. F. XV 510—514 nachgewiesen hat,in Radolfzell geboren wurde, von wo sein Vater 1480 oder 1481 nachFreiburg übersiedelte. Ähnlich ist es z. B. bei Jacobus Otter de Spira(inskribiert 31. Juli 1510), der in Lauterburg geboren wurde, aber seitseinem dritten Lebensjahr in Speier war 1 ; von dem 28. Februar 1525inskribierten Jac. Straß de Horb ist nachgewiesen, daß er von Baselgebürtig war und wahrscheinlich vor seiner Übersiedlung an die Frei-burger Hochschule in Horb als Lehrer sich aufgehalten hat. WeitereBeispiele finden sich in den Anmerkungen zum Text. — Ein Vergleichmit den Einträgen in der Matrikel der Artistenfakultät ist auch hierlehrreich. Den am 17. März 1481 in der allgemeinen Matrikel alsLudw. Wiglin de Keysersperg Eingetragenen finden wir in der Ma-trikel der Artistenfakultät S.-S. 1483 als Ludw. Wiglin de Schaff-husen wieder. Vielleicht läßt sich diese Verschiedenheit so erklärenwie bei Geiler von Kaisersberg, der bekanntlich in Schaffhausengeboren, in Kaisersberg aber erzogen und aufgewachsen war. Undähnlich wird es auch in andern Fällen sein. Nur in wenigen Fällenist zwischen beiden Orten, dem der Geburt und dem des damaligenAufenthalts der Eltern, von wo der Betreffende meist auch nachFreiburg gekommen war, auch in der Matrikel selbst unterschieden.Alle drei Angaben dieser Art finden sich in W.-S. 1596/97: (Nr 36)Jos. Wfirtt. Rotenburgensis, cuius parentes nunc hic habitant (viel-leicht auch erst mit dem Sohn nach Freiburg übergesiedelt), (48)Jo. Georgius Helber Weingartensis, sed eius parentes nunc hic habi-tant (ebenso), (51) Phil. Reynacher natus Ruremondae in Brabantia,nunc autem apud cognatos suos prope Altkilch in dioecesi Basiliensipatriam habet 2 .
1 Die Matrikel der Artistenfakultät hat: Jac. Otter ex Argentina; in Straß-burg war Otter 1507, von hier aus kam er also wolil nach Freiburg.
s Noch eine andere Angabe hat die Artistenmatrikel, nämlich Hagennouensis,vielleicht der Ort, wo seine — wie es nach dem obigen Eintrag scheint, verstor-benen — Eltern zuletzt lebten und der Sohn aufwuclis.