XL VIII
Einleitung.
in der Zulassung zur Beeidigung und zur Inskription werden konnte.So trug der Rektor am 22. Oktober 1542 vor: quendam Burgundumscholarem proximis diebus ad ipsum venisse et petiisse se ad matri-culam universitatis inscribi, qui tamen saltem pectorali vestitus sitet quidem satis brevi, cui responderit, quod, cum ipse pro huius uni-versitatis more non sit vestitus, ipse non audeat eum recipere, velitautem petitionem suam dominis proponere, deinde ipsorum responsumei referre, super quo est decretum ei esse respondendum, ut anteomnia quantum ad vestitum se universitatis statutis conformet, ipsadeinde eum in gremium suum recipiet.
Der bei der Inskription geleistete Eid war für die Angehörigender Universität eine Art Amtseid, mit dem bei etwaigen Unter-suchungen Aussagen bekräftigt wurden. In einer solchen Verhandlungwegen Ausschreitungen am 17. Februar 1535, wo die Angeklagtenper iuramentum ihre Aussagen machen, wird am Rand ausdrücklichund erklärend hinzugefügt: per iuramentum tempore intitulationisprestitum.
Daß Minderjährige den Inskriptionseid nicht selbst leisteten, warwohl an allen Universitäten Sitte, und es wird später davon eingehenderzu sprechen sein. Schon dadurch, aber auch weil sonst manche denEid umgingen, ist an manchen Universitäten die Zahl der non iuratinicht gering 1 . Namentlich waren es mitunter Studierende von fürst-licher, gräflicher und adeliger Abkunft, denen man auch in diesemFall entgegenkam und den Eid durch ein mit Handschlag bekräftigtesGelöbnis ersetzte 2 . Auch in Freiburg haben solche Herren, auf ihrehohe Stellung sich berufend, es versucht, von der Leistung des Eidessich freimachen zu können. In allen Fällen, die ich überliefert fand,ist es ihnen aber nicht gelungen. Schon am 18. Februar 1529 batein Antonius de Salamanca, erwählter Bischof von Görz, um die Im-matrikulation sine tamen iurato, cum sit princeps Germaniae solicamerae imperiali subditus et non deceat eum universitati iurare,offerendo tamen se paratum statutis et mandatis studii nostri decretis,cum sit contra fundationem et morem universitatis aliquem non iura-tum in titulari . . ., er beruft sich dabei darauf, daß auch Pfalzgrafenund Markgrafen einen Eintrag erlangt hätten — ob Freiburg gemeintsei oder andere Universitäten, ist nicht zu ersehen — loco iurati fidedata, d. h. ohne Eid, nur mit Gelöbnis durch Handschlag, dies wolle
1 In Rostock z. B. schwankt sie zwischen 1 / 8 und ] / 3 aller Neuaufgenommenenund steigt 1651 bis auf 122 unter 186, also auf fast °/ a . Vgl. auch Luschinv. Ebengreuth in den Göttinger Gelehrten Anzeigen 1897, Nr 8, S. 660, und dieEinleitung zur Leipziger Matrikelausgabe lix u. lx.
- Vgl. die Einleitung zur Heidelberger Matrikclausgabe xlviii.