Druckschrift 
1 (1907) Einleitung und Text
Entstehung
Seite
XXIX
Einzelbild herunterladen
 

II. Vorschriften über Immatrikulation.

XXIX

Die Statuten vom Jalir 1460, die gewissermaßen nur negativenCharakter haben, mehr Disziplinargesetze sind, zählen die Befugnissedes Rektors überhaupt nicht auf. In denen von 1581 ist freilichunter dem Titel De rectoris potestate et officio von der Immatriku-lation als einer seiner Haupttätigkeiten direkt nicht die Rede, da-gegen steht unter seinen Einkünften (De calculo dati et accepti, Unter-abteilung des Titels De rectoris potestate et officio) der Anteil anden Gebühren der Inskription an erster Stelle.

Die Aufnahme in die allgemeine Matrikel wird mehrfach aus-drücklich als notwendige Vorbedingung zu den verschiedensten andernRechten und Befugnissen des akademischen Bürgers genannt.

Von der stattgefundenen Aufnahme in die allgemeine Matrikelhängt zunächst die in die spezielle Matrikel der Artistenfakultät,in die bekanntlich jeder angehende Student zuerst eintrat, ab. Imältesten uns erhaltenen Statutenbuch dieser Fakultät vom Jahr 1490lautet der Abschnitt De intitulatione: Item statuit [facultas], quodquilibet promovendus, antequam intituletur per decanum, doceat suffi-cienter se intitulatum in matriculam nostre universitatis. Auch wegender von andern Universitäten kommenden Baccalarei und Magistri be-stimmte die Fakultät, quod magister vel baccalareus alibi promotusad nostram facultatem recipi et ei incorporari desiderans, priusquamad aliquem actum scolasticum admittatur, inscriptus sit matriculehuius alme universitatis et eidem iuratus. In gleichem Sinne hatteder Senat schon im Wintersemester 1460/61 beschlossen, de bacca-lareis aliarum universitatum, quod quilibet talis volens per facultatemrecipi doceat se prius intitulatum in matriculam universitatis nostre,antequam recipiatur.

Unter den Punkten sodann, die dem Baccalar werden wollendenScholaren vom Dekan vor der Zulassung zur Prüfung zur Beantwor-tung vorgelegt wurden, war die erste Frage die, an sit intitulatus inmatricula universitatis.

Auch in den Statuten der Artistenfakultät vom Jahr 1603 stehtim Kapitel de magistris et baccalaureis aliunde advenientibus: Statuitfacultas, cum magistri et baccalaurei aliarum universitatum huc seconferant ac in nostram matriculam sese inscribi desiderant, ut nonadmittantur ad aliquos actus scolasticos, nisi sint prius in matriculamuniversitatis inscripti et eidem iurati. Ebenso setzen die sog. novastatuta derselben Fakultät, die nach Einführung der Jesuiten (1620)gegeben wurden, den Eintrag in die allgemeine Matrikel als selbst-verständlich voraus, wenn sie unter anderem im Kapitel 8 (de audi-toribus) verlangen: Omnes studiosi huius facultatis, postquam in albumacademiae apud dum rectorem relati fuerint, dabunt sua nomina ibidem