187
Korn, das sich mit nicht gar zu starken, aber öfter.s wie-derholten Schlägen strecken lässt, zeigt ein sehr gutesgahres Roheisen; ein eben so aussehendes, aber nach eini-gen Schlägen Risse bekommendes Korn ein gutes gemei-nes Roheisen an; es muss aber, wenn es nicht schlammig,d. h. mit zu vieler Bergart vermischt ist, ohne alle mattedunkle Tkeilclien auf dem Bruche, gleichförmig frischund glänzend - grobkörnig sein. Ein äusserlich zwarschwarzgraues und abfärbendes, aber auf den ersten Schlagzerspringendes Eisen ist das allersckleckteste. Ein ganzglattes Korn, ohne Eisenfarbe, ist sehr spröde und weissim Bruche, aber doch eine sehr gute und dem Roste nichtleicht unterworfene Eisenart. Ein solches Korn endlich,welches äusserlich und inwendig weiss, blättrigt, spieglichtund hart ist, ist ein Rohstahleisen und kann zu geschmelz-tem Stahle gebraucht werden.
2. Eisenprobe auf dem nassen Wege.
Die auf dem nassen Wege zu prüfenden Eisenerzewerden durch Digestion mit Salzsäure ausgezogen, dieerhaltene Eisensolulion wird durch Ammoniak, welchesman im Ueberschusse zusetzt, gefällt, dem entstandenenNiederschlage, durch Behandeln mit Aetzkalilauge, diemit niedergeschlagenen Erden entzogen, wobei dann dasEisenoxyd allein zurückbleibt. Dieses muss nun gut aus-gesüsst, stark geglüliet, und dann gewogen werden. 100Eisenoxyd = 69,23 reinen Eisen.
Sind die zu probirenden Erze Schwefel-haltig: somuss man zur Solution Königswasser anwenden, oder dieErze vor der Behandlung mit Salzsäure rösten.