155
Das natürliche Oxyd im natürlichen kohlensaurenBleioxyde kömmt vorzüglich in England vor; dieses so-wohl als auch die künstlich erhaltenen Oxyde, wie z. B.Bleiglätte, Heerd, Bleizucker- und Bleiweiss - Abfälle,werden in einem Schachtofen oder in einem Flammofenin Berührung mit Kohle, und oft auch unter Kalk - Zu-satz geschmolzen.
Der Bleiglanz wird entweder 1. durch Bosten inRöslhaufen, Röststätten oder Röstöfen, von einem Theiledes Schwefels befreit, worauf man das aus Bleioxyd undunzersetztem Schwefelblei bestehende Erz in Flamm - oderSchachtöfen, in Berührung mit Kolile, und meistens un-ter Zusatz von Kalle schmelzt, wobei Blei und Sclilackcn,und dazwischen unzersetztes Schwefelblei, oder sogenann-tes Bleistein, erhalten werden, welcher letzterer wieder-holt geröstet und geschmolzen wird. Oder 2. der unge-röstete Bleiglanz wird in Berührung mit Eisen, odereinem Eisenerze, in einem Schachtofen verschmolzen, woman Blei, Schlacken und bleihaltiges Schwefeleisen er-hält, welches letztere dann weiter verschmolzen wird.
Die Reduction des Bleis aus Bleioxyd ist höchst ein-fach, sie gelingt in Berührung mit Kohlen in der massig-sten Glühhitze. In England nimmt man diesen Pröcessin Flammöfen vor. Durch einen Zusatz von etwas Kalkwird der Fluss befördert, und durch den Zusatz vonKohle die Desoxydation bewirkt. Durch das sogenannteArbeitsloch wird die Schlacke weggenommen, und dasausgeschmolzene Blei durch die Stichöffnung abgelassen.Eben so einfach ist auch die Reduction in Schachtöfen,wie sie z. B. auf dem Harze vorgenommen wird.