Im Kleinen geschieht das Abtreiben auf den sogenann-ten Capellen. Auf solchen Capellen sclunelzt man daslegirte edle Metall mit der zulänglichen Menge von Bleiunter der MulFel des Probirofens, wo, wenn die gehörigeHitze gegeben wird, das Gemisch zu treiben oder ineigene Bewegung zu gerathen und zu dampfen anfängt,und die Oxydation des Blei’s und mit ihr des Kupfers undder unedlen Metalle, welche sich im Gemische befinden,anfiingt. Um bei etwas grossen Massen die Menge zu ver-mindern und eine genauere Verbindung des Blei’s mit demlegirten Silber zu bewirken, schmelzt man auch vorherdas letztere mit der erforderlichen Menge Blei in den Pro-birsclierben unter der glühenden Muffel zusammen, undhält alles eine Zeitlang in solcher Hitze, die stark genugist, einen Tlicil des Blei’s und der unedlen Metalle aufder Oberfläche zu verschlacken, worauf man die Scher-ben behutsam aus dem Ofen nimmt, die ganze blasse ineinen Einguss oder in das Probirblech geschwinde aus-giesst, und nach dem Erkalten die Sclilacke durch Ham-merschläge von dem metallischen Gemische absondert.Man nennt diese Arbeit das Ansieden. Das angesot-tene Werk wird nachher weiter abgetrieben.
Dass dieses Ab treiben gehörig gelinge, ist erforderlich:1 . dass die Capelle völlig trocken sei; 2 . dass sie reichgenug an Asche sei, um alle Bleiglälle in sich aufnehmenzu können ; 3. dass so viel Blei zu dem edlen Met al l e ge-setzt werde, als nöthig ist, die Menge des dabei befind-lichen unedlen zu verschlacken; und 4. die zur gänzli-chen Verschlackung des Blei’s nölliige beständig und gleich-förmig gegeben werde.