Druckschrift 
Technisch-chemisches Handbuch der Erforschung, Ausscheidung und Darstellung des, in den Künsten und Gewerben gebräuchlichen, metallischen Gehalts der Mineral-Körper : unter steter Berücksichtigung sämmtlicher, bis jetzt in der Chemie gemachten Erfahrungen; zum Selbststudium, besonders für angehende Hüttenbeamte, Cameralisten etc. ...
Entstehung
Seite
75
Einzelbild herunterladen
 

Füssen darauf herumgehen, unter einander kneten; oderman treibt eine Anzahl Pferde und Maulthiere im Kreisemehrere Stunden lang darauf herum. Von Zeit zu Zeitsetzt: man bald Kalk, bald gerüsteten Schwefelkies, baldQuecksilber zu, das man auf die beschriebene Art in dieMasse einknetet. Hat alles Silber sich mit dem Queck-silber vereinigt, was zuweilen erst nach einigen Monatender Fall ist, und was man an äusseren Merkmalen er-kennt: so wäscht man das Ganze mit einer reichlichenMenge Wasser. Dadurch werden alle erdigen und salzi-gen Theile weggenommen, und das Amalgam allein bleibtauf dem Boden der Gefässe, in denen die Masse ausge-waschen wurde, zurück. Das Amalgam wird in Beutelvon Zwillich geschüttet, ihm durch Pressen das über-schüssige Quecksüber entzogen, und hierauf durch Feuerdas Quecksilber in eisernen Geräthscliaften von dem Süberfortgetrieben, welches im regulinisclien Zustande zurück-bleibt.

In Freiberg werden die gewaschenen und gepochtenErze in Ungarischen Röstöfen, um das Schwefelsilber inChlorsilber zu verwandeln, zweimal, geröstet, und zwardas erste Mal mit 10 p. C., das zweite Mal mit 3 p. C.Kochsalz. Hierauf wird das Ganze fein gemahlen unddurchgebeutelt; dann bringt man dieses Melil in bestimm-ten Verhältnissen mit Wasser und Eisen gemengt, umdas Silber von Chlor zu befreien, in Fässer, welche durchbesondere Miihlapparate in Bewegung gesetzt, sich i 4 bis18 mal in jeder Minute um ihre Axe drehen. Auf 10Centner Erzpulver nimmt man 3 Centner Wasser und 4 obis 70 Centner altes Eisen. Es wird hiebei das Chlorsil-