Druckschrift 
2 (1831)
Entstehung
Seite
351
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Farbcnringe im polaris! rtcn Lichte.

Unter den mannigfaltigen Erscheinungen, r.oelche die Polariff-rung des Lichtes darbietet, verdient noch eine (?lasse von Erschei-nungen hervorgehoben zu werden, nämlich die Farbenringe, die sichunter gewissen Umstanden im polarisirten Lichte zngen. Folgendesvon Biot zuerst angegebene Experiment scheint >mir am passend-sten, um ihre Entstehung zu zeigen. Man nimmt ein StückDoppelspath, das aber zu diesem Zwecke zwei parallele, auf die Axedoppelter Brechung genau senkrechte Oberflächen haben muß, undbefestigt diese Doppclspathplattc so zwischen den beiden Spiegelnunsers Instruments, daß der vom ersten Spiegel kommende pola-ristrte Strahl sie senkrecht treffe. Zur Anstellung des Versuchesist dann weiter nichts nöthig, als daß man im dunkeln Zimmereinen lebhaften Lichtstrahl, von weißen Wolken ausgehend, unterdem Polarisationswinkel auf den ersten Spiegel fallen lasse; daßman den zweiten Spiegel in die Stellung bringe, wo er diesenpolarisirten Strahl nicht reflectirt, und daß man durch eine sehrenge Ocffnung, vor welcher das Auge seine Stellung nimmt, indiesen zweiten Spiegel sehe. Dann sieht man im zweiten SpiegelFarbcnkreise, die von einem schwarzen Kreuze durchschnitten sind.Diese Erscheinung erklärt sich leicht aus den Ihnen schon bekanntenGesetzen der Polarisirung. Da das Auge durch eine sehr kleineOcffnung sieht, so bilden die zum Auge gelangenden Lichtstrahleneinen Kegel, in dessen Mitte die genau senkrecht auf den Doppcl-spath fallenden Strahlen liegen, statt daß die von den Seiten kom-menden eine kleine Neigung gegen diese Senkrechte oder gegen dieAxe des Doppelspaths haben. Sie wissen, daß der zweite Spiegeldie in ihrem polarisirten Zustande bleibenden Strahlen nicht zurück-wirft, also da Dunkel zeigt, wo sie erscheinen sollten, und dieses isterstlich für die genau senkrechten, das heißt, genau der Axe desDoppelspaths folgenden Strahlen der Fall, aber auch zweitens fürdiejenigen, die in der Ebne der ersten Reflexions-Ebne liegen, unddrittens für die, welche in einer gegen diese Ebne senkrechten Ebneliegen. Die erster» nämlich erleiden gar keine Veränderung, diezweiten erleiden zwar eine schwache Brechung, aber so daß (umden kürzesten Ausdruck zu gebrauchen,) die Axen der Lichtthcilchen