Druckschrift 
2 (1831)
Entstehung
Seite
302
Einzelbild herunterladen
 

302

ßcn, weil in jedem solchen Crystalle nicht bloß nur eine solche,zwischen den ganz stumpfen Ecken gezogene Linie vorkömmt, son-dern auch keine andre Linie sich ebenso als einzig in ihrer Art dar-stellt. Wenn der zufällig gebildete Crystall ungleiche Seiten hat,so muß man dennoch unter der Axe des Crystalls diese im gleichsei-tigen Crystalle gezogene Linie verstehen, die bei unfern Betrachtun-gen vorzüglich in Beziehung auf die kleinen Crystalle, aus welchenwir den großen Crystall uns zusammengesetzt denken, vorkömmt.

An diesem Crystalle zeigen sich die Erscheinungen der doppeltenStrahlenbrechung auf folgende Weise. Wenn sich unter derGrundfläche im 3* (I3Z. 126.) ein kenntlicher Punct befindet, zuwelchem die vom Auge O ausgehende Linie gegen beide Oberflächen-V86, VKC, senkrecht gezogen ist, so sieht das Auge O jenenPunct doppelt; bei genauerer Untersuchung überzeugt man sich,daß zwar die Richtung, nach welcher das eine dieser doppeltenBilder gesehen wird, mit der Senkrechten O 3'genau übcrcinstimmt,der Lichtstrahl also ungebrochen zum Auge kömmt, daß aber der andreStrahl, ganz den Gesetzen der gewöhnlichen Brechung entgegen,auch hier eine Brechung leidet. Man bemerkt, so lange das Augegenau in der gegen beide Oberflächen senkrechten und durch denPunct 1 gehenden Linie bleibt, daß beide Bilder in derjenigenRichtung liegen, die mit der den stumpfen Winkel LLO halbi-rcnden Linie parallel ist, und daß die Brechung, die wir die unge-wöhnliche Brechung zu nennen berechtigt sind, in derjenigenEbne geschieht, in welcher sich die vorhin angegebene Axe desCrystalles befindet. Diese Bemerkung gilt in Beziehung auf jedesPaar paralleler Seitenflächen des Crystalles, und es läßt sich alsowohl einsehen, daß jene Axe in einer bestimmten Beziehung mitder doppelten Brechung steht. Entfernt sich das Auge von derdurch 3'auf beide Ebenen DKL, gezogenen Senkrechten,

bleibt aber in derjenigen auf ^86 senkrechten Ebene, die durch3' mit den Aren der Crystalle, aus welchen wir den großen Crystallzusammengesetzt ansehen, parallel ist, so bleibt auch der ungewöhn-lich gebrochene Strahl in dieser Ebne; weicht dagegen das Augevon dieser Ebne ab, so ist färben ungewöhnlichen Strahl das beider gewöhnlichen Brechung ganz allgemeine und 'auch hier für dengewöhnlich gebrochenen Strahl immer statt findende Gesetz, daß