Druckschrift 
2 (1831)
Entstehung
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und sinnen Schatten auf eine weiße Tafel fallen läßt, Helle Linienmit der Grenze des Schattens parallel, die jedoch da viel schönerhervortrcten, wo zwei Schatten nahe an einander gerückter Körpereinander gleichsam begegnen. Man bedient sich am besten hiezuzweier in eine grade Schärfe endigender Metallplatten, deren Rän-der entweder parallel oder gegen einander geneigt einander genähertwerden können. Ist hier die Entfernung beider Schärfen nochziemlich groß, so zeigt sich, in jenem beschränkten Sonnenstrahlegehalten, der Schatten beider Schärfen mit Hellen Linien umgeben;bei größerer Annäherung bemerkt man, wenn der Schatten innicht allzu geringer Entfernung hinter dem Spalte auf einer Tafelaufgefangen wird, deutlich, daß diese den Schatten umgebendenLinien farbig sind, und immer mehr sich von der Schattengccnzeentfernen; rücken die Schärfen einander noch näher, so rücken diefarbigen Linien, die dem einen Schatten angchören, in den andernSchatten hinein. Wenn'dic Schärfen einander bis ungefähr auf ^Linie nahe gekommen sind, so hat der erhellte Raum zwischen denbeiden Schatten seine geringste Breite erreicht, uno bei noch gc-ringecm Abstande verbreitert er sich wieder, erhält aber dann einedunkle Schattenlinie in der Mitte.

Wenn man diese Erscheinungen auf der weißen Tafel einmalgesehen hat, so ist man hinreichend überzeugt, daß nicht etwa nureine Täuschung durch undeutliches Sehen statt findet, und kannsich dann die Erscheinungen schöner verschaffen, wenn man dieSchatten auf ein matt geschliffenes Glas fallen laßt, und diesesmit einer Vergrößerungslinse von der Hinterseite her betrachtet; jawenn man dies mit Aufmerksamkeit thut, so sieht man, daß csgar nicht erst nöthig ist, die Schatten und Farbenrändec auf demmatten Glase aufzufangcn, sondcrn'die Linse zeigt, auch unmittelbardie Strahlen aussangend, die Erscheinung dem Auge so, wie sieauf einem in ihrem Brennpunkte gehaltenen matten Glase oderauf einer im Brennpunkte gehaltenen andern Tafel erscheinenwürden, und man hat den Vortheil, hier durch die direkten Strah-len eine viel schönere Farben-Erscheinung zu erhalten, als die ist,die sich auf dem matt erleuchteten Papiere, oder dem die Strahlenunvollkommen durchlasfcnden Glase darstellt.