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fragen, ob es denn ein andres, als ein sich verstärkendes Zusam-mentreffen geben könne.
Diese Vorstellung von Lichtwellcn würde vollkommen einfachsein, wenn nicht die Mannigfaltigkeit der Farben sie viel verwickel-ter machte. Denken wir uns die Lichtwellcn, die unserm Augedie Empfindung des äußersten Roth im prismatischen Sonnenbildegewähren, so müssen wir diesen eine gewisse Wellenlänge beilegen,und wo nur dieses Licht hcrvorgcht, da folgen sich gleichmäßig alleWellen in gleichem Abstande. Aber dieser Abstand ist ein andererbei den Wellen des gelben Lichtes, bei denen des grünen, desblauen, des violetten, und da, wie ich früher überzeugend gezeigtzu haben hoffe, cs eine unendliche Mannigfaltigkeit ungleich brech-barer Strahlen giebt, da zwischen dem äußersten Roth und demäußersten Violett im Sonncnstrahle fast alle Abstufungen vonBrechbarkeit in wenig unterbrochener Reihenfolge Vorkommen; somuß es eine unzählig mannigfaltige Reihenfolge verschiedener Wel-len geben, die alle eine gleiche Fortpflanzungsgeschwindigkeit haben,aber an Länge oder in Hinsicht des Abstandes der in gleichem Vcr-dichtungs - und Verdünnungszustande befindlichen Aetherthcilchen,in einer ganzen Reihe von Abstufungen von einander verschiedensind. Alle diese Wellen-Arten kommen im Sonnenlichte also zuuns und indem sie alle zugleich unser Auge rühren, haben wir dieEmpfindung des Weiß; alle diese Wellen-Arten dringen mit Bei-behaltung ihrer ganzen ' Mannigfaltigkeit durch die ungefärbtendurchsichtigen Körper, statt daß die farbigen durchsichtigen Körpernur einige dieser Wellen-Arten, nur die, welche in gewissen be-stimmten Wellenlängen einander folgen, durchlassen. Bei der Bre-chung nimmt jede dieser Wellen-Arten eine andre Richtung an,und jeder im strengsten Sinne keiner weiteren Zerstreuung fähigeFarbcnstrahl enthält nur eine Act von Wellenfolge. — Gewiß istdiese Vorstellung von so mannigfaltigen Wellen-Arten, die jede ineben der Richtung ihre Bewegung regelmäßig fortsetzcn, deren keinedie andre stört, schon etwas schwer zu fassendes, und doch müssenwir, um die wunderbaren Erscheinungen des Lichtes zu verstehen,noch größere Verwickelungen zugestehen.
Diese Verwickelung könnte uns geneigt machen, wieder zu derEmissionstheorie zurückzukehren; aber auch dort ist die Verwickelung