Druckschrift 
2 (1831)
Entstehung
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einer verminderten Abnahme der Geschwindigkeit bestehen müßt-,daß nämlich die violetten Strahlen sich nach dem Eintritte in dendichteren Körper schneller als die rothcn bewegen, eben darum alsoauch jene weniger, diese mehr gebrochen werden müßten, welchesgrade das Gegcntheil dessen ist, was wir aus Erfahrung wissen.st)oisson, der unter den Verthcidigcrn der Undulationsthcorie amallerstrengstcn sich an die sicher begründeten theoretischen Schlüssegehalten hat, gesteht, daß bis jetzt diese Schwierigkeit nicht gehobenwerden könne, daß man indeß in einer so schwierigen Untersuchung,ohne die Rechnung ganz durchzuführen, nicht den Erfolg aller Um-stande nach einer ungefähren Voraussicht angeben könne, und daßcs daher ungewiß sei, ob vielleicht ein solcher Einfluß der schnellereinander folgenden Wellen, so wie die Erfahrung ihn anzudeutenscheine, da statt finden könne, wo die Wirkungssphäre der Kräfte,welche die Elasticität des Acthcrs bestimmt, sich weiter als bis aufeine Wellenlänge erstreckt. Doch von dieser vielleicht möglichen,aber höchst schwierigen Bestimmung, ob die reine Undulationstheo-rie bei dieser Frage ausrciche, kann ich hier keinen genauem Begriffgeben, stloung und Fresnel suchen die Schwierigkeit auf eineandre Weife zu heben, die ich früher schon angedcutct habe, undder ich hier noch eine kleine Einleitung voranschickcn muß.

Nach den hier durchgeführten Betrachtungen beruht die reineUndulationstheocie auf einer Untersuchung der Undulationen in denan einander grenzenden Aetherschichten von ungleicher Dichtigkeit;diese Untersuchung läßt sich, ganz entsprechend den artistischen Lheo-rieen in strenger mathematischer Form durchführen, und so langeman dabei stehen bleibt, so ist der Ruhm, den Fresnel derUndulationstheorie beilegt, daß sie einer strengen mathematischenEntwickelung fähig sei, und nichts Willkührliches bcigemischt ent-halte, sehr wohl begründet. Aber wenn man bei ihr stehen bleibt,so muß man auch die hier nicht wegzuräumende Schwierigkeit offenanerkennen, wie Poisson es thut, und nicht zu einem andernHülfsmittcl seine Zuflucht nehmen, welches gleichwohl Voungund Fresnel gethan haben. Sie machen nämlich bcmerklich,daß durch die Lichtwcllen auch wohl die gröberen materiellenThcilchen der Körper in Vibrationen gesetzt werden und daß diese dieAethcrwellen im Innern des Körpers modisicircn könnten. Daß