Druckschrift 
2 (1831)
Entstehung
Seite
246
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nur eine ursprüngliche, diesem, sofern er sich als erleuchtet zeigt,eine durch die Aetherschwingungen mitgetheilte Vibration zuzu-schreibcn sein.

Bei den Schallschwingungcn fanden wir, daß stärkere undschwächere Vibrationen sich gleich schnell fortpflanzen, daß aber dieVerschiedenheit, welche wir Höhe und Tiefe der Töne nennen, vonder Schnelligkeit der Wiederholung gleicher Vibrationen abhängt;auf ähnliche Weise haben wir hier allen Grund, die Geschwindigkeitdes Lichtes für jede stärkere oder schwächere Licht-Erscheinung und füralle Farbcnstrahlen als gleich anzuschcn, die Verschiedenheit derFarben aber erklärt sich durch die mit mehr oder minderer Schnel-ligkeit auf einander folgenden Lichtwellen. Wenn wir bei den Tö-nen nach der Länge einer Welle gefragt hätten, so würden wirden Wellen, die den Ton 6 Hervorbringen, eine Länge von 8 Fußbeilegen, weil unser Ohr 128 mal in I Secunde durch gleiche Er-schütterungen getroffen wird, wenn cs diesen Ton wahrnimmt, undeine 8 Fuß Raum einnehmende Welle gerade Secunde ge-braucht, um mit allen ihren Theilen an unser Ohr zu treffen;der Welle des Tones V müssen wir eine Länge von Fuß beilegenund so ferner. Ebenso könnten wir also auch hier von der Wellen-länge der Lichtwellen reden, wenn es uns gelingen sollte, diesenäher zu bestimmen; und so wie dort jedem Tone eine eigeneWellenlänge zukönimt, so nehmen wir hier für jeden Farbcnstrahleine eigene Wellenlänge an.

Gesetze der gradlinigen Fortpflanzung des Lichtes.

Unerklärbarkeit der Aberration.

Diese Wellen breiten sich im Acther nach allen Seiten,kugelförmige Wellcnschichten darstellend, aus, und indem unserSehen ohne Zweifel darin besteht, daß das Antreffen dieser Lich-wellen unsre Sehenerven afsicirt, so ist leicht zu begreifen, daß wir denGegenstand in der Richtung sehen, welche dem Mittclpuncte dieserWellen entspricht. Wird die Lichtwelle nur durch eine kleineOeffnung AL eingelassen (Lig, 112.), so geht sie so wie die Kreiseanzcigcn fort, und die Erleuchtung findet nur da statt, wohin dievom leuchtenden Puncte 6 durch die Oeffnung gezogenen Liniengelangen können, das ist, die Lichtstrahlen LAlü, LLst, und so