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Augen hält, nun das rechte Auge schließt, und das linke auf denrechts liegenden Punct richtet, so bemerkt man, indem man dasPapier allmählig bis aus etwa 6 Zoll nähert, daß der links liegendeFleck gar nicht gesehen wird, obgleich man ihn bei größerer und auchbei erheblich kleinerer Entfernung wahrnimmt. Der Versuch istleicht anzustellen und gelingt leicht, sobald man sich nur gewöhnenkann, das Auge wirklich auf jenen andern Punct unverwandt zuheften. Bei genauer Ausmessung der Lage, die der Gegenstandund die folglich das Bild im Auge haben muß, um auf dieseWeise unsichtbar zu werden, hat man gefunden, daß die Stelle,wo der Schenerve ins Auge tritt, oder wo sich die Central-Arteriedesselben befindet, diejenige ist, die nach diesem Versuche unem-pfindlich für das Licht ist. Beim gewöhnlichen Sehen bemerkenwir dieses nicht, weil, wenn wir einen einzelnen Punct genauwahrnehmen wollen, unser Auge sich grade gegen ihn wendet, stattdaß er bei jenem Versuche ziemlich entfernt von der Axe des Augesliegen muß.
Eine zweite Frage, die man oft aufgeworfen hat, ist, warumwir die Gegenstände aufrecht sehen, da doch ihr Bild im Auge, sowie das durch ein Linsenglas hervorgebrachtc Bild, umgekehrt ist.Diese Frage scheint mir auf einem bloßen Mißverstehen der Artund Weise, wie jenes Bild im Auge unsre Eeistesthätigkeit erregt,das Bewußtsein des Sehens hervorbcingt, zu beruhen. Es istwahr, wenn ein fremdes Auge auf den Hintergrund unsers Augessähe, so würden diesem alle Gegenstände dort in einem umgekehrtenBilde dargestellt erscheinen; aber offenbar ist die Seele nicht einsolcher Beobachter, der die Lage der äußern Gegenstände zugleichauch sieht, der das Oben und Unten noch durch andre Mittel alsgrade durch jenes Bild kennen lernt. Vielmehr hangt ja der ge-sammte Eindruck des Sehens einzig und allein von diesem Bildeab, und nichts in der Empfindung des Sehens belehrt uns dar-über , welcher Theil des Bildes dem obern oder dem untern Theiledes Kopfes naher liegt. Diese Lage des Bildes ist daher in Be-ziehung auf die Vergleichung mit dem Sinne des Gefühls ganzgleichgültig; aber von den ersten Eindrücken des Sehens an hatsich die Erfahrung über das, was oben und unten ist, so fest an