Druckschrift 
2 (1831)
Entstehung
Seite
106
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Wenn man zwei Stecknadeln in paralleler Richtung in einem Brett-chcn festsieckt, und nun dieses Brettchen so ins Wasser taucht, daßdie obere Nadel das Wasser berührt, die untere aber eingetauchtist, so sieht man, indem man das Auge so stellt, daß die untereNadel von der obern verdeckt sein sollte, die untere verdoppelt. DerVersuch gelingt nur, wenn die obere Nadel benetzt ist und dasWasser vermöge der Anziehung neben ihr etwas gehoben ist. Indiesem Falle wird der von der Nadel L seitwärts gehende StrahlL6 in der gekrümmten Oberfläche, die in 6 eine gegen 61) senk-rechte Richtung hat, (6iZ. 52.) gebrochen, so daß er nicht gradenach ikl, sondern gebrochen nach 0 fortgcht; das Auge in O sichtdaher die Nadel in der Richtung 0 6, als ob sic in b läge, und ausganz gleichen Gründen erscheint auch an der andern Seite von IIein Bild der Nadel,, und diese erscheint doppelt, obgleich sie, ohneHülfe dieser gekrümmten Oberflächen durch die Nadel ^ verdecktsein würde.

Weg des Lichtstrahls, wenn er durch verschiedene Kör-per geht, deren Trcnnungs flächen alle parallel sind.

Ich habe bisher nur von dem Brcchungsvcrhältnisse, daöbeim Ucbcrgange aus Luft in irgend einen andern durchsichtigenKörper statt findet, geredet, aber wenn man für zwei Körper dieseskennt, so läßt sich auch auf die Brechung des von einem dieserKörper in den andern übergehenden Strahles schließen. Bleibenwir bei den einfachen Zahlen I zu ^ für Wasser, I zu H für Glasstehen, so zeigt die Erfahrung, daß das Brcchungsverhältniß beimUcbcrgange aus Wasser in Glas wie sf zu ^, oder was eben dasselbeist, wie 9 zu 8 oder wie 1 zu H statt findet. Theoretische Be-trachtungen, die ich hier noch nicht anführcn kann, lassen schließen,daß cs so sein muß.

Nach diesem Gesetze läßt sich nun zuerst für parallele Ober-flächen der ganze Weg des Strahles zeichnen. Es sei (6ig. 5l-.)

Ij 61) Glas, in welches der Strahl L6 cintritt, so muß XOz- 6 bl sein, um die richtige Richtung des Strahles 6 0 im Glasezu.erhalten. Bei O trete der Strahl in Wasser über, so mußNO -F lm sein; und 0 0 ist dann der richtig gezeichnete Strahl.Bei H trete der Strahl durch die Ebne k wieder in die Luft her-