Druckschrift 
2 (1831)
Entstehung
Seite
73
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daß eine zehnmal so weit hinausgerückte Llchtflamme uns nur einZehntel so hoch und ein Zehntel so breit erscheint, als in der nähernStellung, und deshalb ist die Erleuchtung nur ein Hunderttel der-jenigen Erleuchtung, welche von eben der Lichtflamme in der nä-hern Stellung hervorgebracht wurde; aber die scheinbare Helligkeitjedes Theiles ist gleich. Denn, wenn bei der ersten Stellung derLichtflamme eine Quadratlinie, ein Raum von 1 Linie lang undbreit, uns in Hinsicht auf Länge und Breite unter einem gewissenSehewinkcl erschien , so ging die, diesem Sehewinkel entsprechende,gesehene Helligkeit nur aus dem Lichte einer Quadratlinie hervor;ist dagegen die Flamme zehnmal so weit hinausgecückt, so tragen10V Quadratlinien der Flamme zu dem Lichte bei, welches unsin eben dem scheinbaren Raume, eben dem Sehewinkcl entsprechend,erscheint, und so kann es nicht anders sein, als daß die Intensitätdes Lichtes dieselbe bleibt. Dem Saturnbewohner erscheint daher,abgesehen davon, daß vielleicht eine den Weltraum erfüllende feineMaterie das Licht schwachen mag, die Sonne ebenso blendend alsuns, obgleich ihre Scheibe ihm nur ein Hunderttel mal so groß er-scheint, das heißt, wenn wir durch eine Oeffnung nur einen Theilder Sonne, ein Zehntel so groß im Durchmesser als die ganzeSonne, sehen, so stellt dieser Theil der Sonne uns ein genauesBild dessen dar, was wir auf dem Saturn beim freien Anblickeder Sonne sehen würden.

Nach diesen Ueberlegungen beurtheilcn wir den ganzen Ein-druck, den das Licht der verschiedenen Planeten auf unser Auge

machen müßte, wenn sie alle, als ihrer Natur nach gleich, zum

Beispiel alle gleich weiß, uns ihre Erleuchtung gleich gut zeigten.Saturn ist ungefähr 10 mal so weit als unser Mond von derSonne entfernt, also jeder Theil seiner Oberfläche ^ so stark alsdie des Mondes erleuchtet; aber da er uns nur 10 Secunden imDurchmesser zu haben scheint, also seine Scheibe uns nur ungefähr

-raE die Mondscheibe erscheint, so giebt er uns nur

so viel Erleuchtung, als der zchntauscndste Theil der Mondscheibemit ein Hunderttel des Mondlichtcs thun würde, das heißt nurein Milliontel der Erleuchtung, welche der Mond uns giebt.Daß diese Abschätzungen indeß nur oberflächlich sein können, da wir