68
dem einen Lichte D oder die den zwei Lichtern 6 zugehörcnde Er-leuchtung die stärkere ist, und wenn man D so lange näher rücktoder weiter entfernt, bis das Auge die Erleuchtung beider beschat-teter Räume als gleich erkennt, so hat man das beabsichtigte Expe-riment vollendet. Der wirkliche Versuch zeigt, daß die EntfernungDU sich zu 6D wie 5 zu 7 verhalten muß, wenn die Erleuchtungdurch ein Licht D eben so stark, als durch zwei Lichter 6 sein soll,und da 5 mal 5 — 25, 7 mal 7—49, die letztere Zahl fastgenau die doppelte der ersten ist, so giebt das Experiment eineBestätigung des oben gefundenen Satzes. Hätte man in 6 vierLichter vereiniget, so müßte DU nur halb so groß sein, als 6U,weil e i n Licht in der halben Entfernung viermal so stark erleuch-tet, als ein Licht in der ganzen Entfernung.
Diese eine photometrische Bestimmung leitet uns zu meh-reren. Schon eine sich von selbst darbictende Erfahrung lehrt uns,daß die Erleuchtung schwächer wird, wenn wir das Licht untereinem kleinen Winkel auf die erleuchtete Ebene fallen lassen, undwir fragen daher auch hier nach dem Gesetze ber Erleuchtung, sofernsic von dem Einfallswinkel der Lichtstrahlen abhängt. Sehen wirauf die Menge der Lichtstrahlen, so erhellt leicht, daß die Ebene
(kiZ. 26.) nur von eben so vielen Lichtstrahlen, als .4 6,getroffen wird, wenn r>L, bk die von dem leuchtenden Punctehcrkommcndcn Lichtstrahlen sind; ist also die schiefe Fläche -4Kdoppelt so groß, als -46, so ist -4K in jedem Puncto nur halb sostark erleuchtet, als es -46 sein würde, wenn -46 eine die Strahlenauffangcnde Ebene wäre. Der Versuch, den man auf ähnlicheWeise, wie den vorigen, durch Vergleichung zweier Schatten ent-stellen kann, bestätigt diese Behauptung; würde er so eingestellt,daß ein Licht die Fläche in senkrechter Richtung erleuchtete, einesdagegen in sehr schiefer Richtung, so würde das senkrecht erleuch-tende Licht viel weiter als das andere hinausgcrückt werden müssen,damit die Erleuchtung als gleich erscheine. Die vorhin angeführtenErfahrungen über den lebhaften Glanz eines in senkrechter Richtungvon der Sonne beleuchteten Gegenstandes erhalten hierdurch ihrevollkommene Erklärung.