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Die Bildung der Salzcrystalle, sie mögen nun beim Ab-dampfen, oder beim Erkalten in den Fallen, wo die kalte Auflösungnicht so viel Salz als die warme Auflösung enthalt, entstehen, istim Allgemeinen bekannt genug. Die Erystalle bilden sich destogrößer aus, je langsamer die Zurückführung in den festen Zu-stand statt findet, und je mehr die Flüssigkeit dabei in Ruhe bleibt.Merkwürdig ist dabei, daß, so weit unsere Beobachtungen gehen,die Gestalt der Erystalle gleich vom kleinsten Anfänge an dieselbeist, wie bei der nachhccigcn Vergrößerung, und daß man dieAusbildung dieser Form selbst unter dem Microscop nicht eigentlichverfolgen kann.
Welche Kräfte wir uns hier als wirkend denken müssen, wasfür Eigenschaften die kleinsten Thcilchcn besitzen müssen, um sichgerade in so bestimmter Ordnung an einander anzulcgcn, das scheintdem Scharfsinn der Naturforscher noch ganz und gar ein Räthselzu sein. Es ist offenbar, daß wir die ganze Natur der festenKörper, die Ursache ihrer mannigfaltigen Bildung, den Grund ihresin gewissen Richtungen großem, in andern Richtungen geringemZusammenhanges verstehen würden, wenn wir eine Einsicht in dieWirkungs-Art dieser Kräfte besäßen.
Aber selbst über das näher liegende, über die verschiedenenFormen, die bei der Crystallisirung statt finden, über die systema-tische Ucbersicht dieser Erystallfocmcn u. s. w. kann ich Sie hiernicht unterhalten, weil der Gegenstand viel zu weitläuftig ist, umhier eingeschaltet zu werden, und in der That die Crystallographiezu einer ziemlich schwer zu übersehenden, ausgedehnten Wissenschaftgeworden ist. Nur die Bemerkung mag hier noch Platz finden, dieHaüy zuerst als Begründung einer vollkommenen Crystallographiegemacht hat, daß aus einerlei Grundform sehr ungleiche Erystalledurch bloße Zusammensetzung aus jener Grundform hcrvorgehenkönnen.
Die Erystalle lassen sich in gewissen Richtungen sehr.leicht,in andern Richtungen schwer zerlegen, und bieten daher natürlicheDurchgangsschichten dar. Wenn man diese Blättchen nach undnach abhebt, so findet man sie nicht allemal den Seitenflächenparallel, sondern sie können zum Beispiel bei einem pyramidalischzugespitzten Theile gar wohl gegen die Axe dieser Pyramide senkrecht