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Dieser wichtige Einfluß, den thcils schon eine ungleiche Glatteder Oberfläche, ganz vorzüglich aber die ungleiche innere Beschaffen-heit der festen Körper 'zeigt, wird am deutlichsten sichtbar bei derBerührung fester und flüssiger Körper. Es ist bekannt, daß gewisseKörper vom Wasser nicht naß werden, sondern daß das Wasser sichvon ihnen zurückzieht, und wo cs etwa nicht ganz sich-von der Ober-fläche entfernen kann, sich in Tropfen zusammcnzieht, statt daßandre Körper benetzt, mit einer Wasserschichte überzogen, aus demWasser hervorgehn. Wenn eine dünne Wasserschichte auf einer ho-rizontalen Oberfläche eines fetten Körpers angebracht wird, so ziehtsie sich in Tropfen zusammen, und wir sehen hier deutlich, daß diefette Oberfläche das Wasser wenig anzieht, daß dagegen die irgend-wo etwas mehr angehäuften oder zufällig etwas mehr festgchaltcnenWasserthcilchcn die umgebenden Wasscrtheilchen heran ziehen undso die größeren Tropfen bilden. Da hingegen, wo eine Befeuch-tung der Oberfläche statt findet, halten diese Oberflächen die Flüs-sigkeit mit bedeutender Gewalt fest, und diese Kraft läßt sich inmehreren merkwürdigen Erscheinungen Nachweisen.
Erscheinungen in den Haarröhrchen»
Eine der auffallendsten dieser Erscheinungen ist das Aufsteigcnder Flüssigkeiten in Haarröhrchen. Es ist bekannt, daß wir ineiner befeuchteten Feder die Dintc über die Oberfläche im Gefäßeheraufstcigen sehen, daß in einer Reißfeder, deren Seitenflächeneinander nahe sind, die Flüssigkeit, in welche wir sic cintauchen,hinauftritt; daß im Löschpapier die Befeuchtung, indem wir es inWasser tauchen, viel höher als die Oberfläche geht; und das, waswir hier oft sehen, zeigt sich uns noch genauer in engen Glasröhren,die wir in Wasser, Alcohol und andre Flüssigkeiten cintauchen.Diese Röhren, die man ihres engen Durchmessers wegen Haar-röhrchen nennt, füllen sich, wenn sie etwas befeuchtet in solcheFlüssigkeiten cingetaucht werden, bis über die umgebende Ober-fläche des Flüssigen mit diesem an, und zeigen uns dadurch, daßdie Röhrcnwande eine größere Anziehungskraft auf die Flüssigkeitausüben, als die Theilchen des Flüssigen unter sich, indem nurdurch diese Anziehungskraft jenes den Gesetzen der Hydrostatik an-scheinend widersprechende Hinaufstcigen erklärlich ist. Dieses Hin-