216 Die Monde der drei äußersten Planeten.
unveränderlichen Gesehen umwandeln. Die Bewohner der Mitteder, diesem Planeten zugewendeten Hälfte sehen die ungeheureLichtscheibe immer in ihrem Zenithe und die des Randes immerin ihrem Horizonte. Eine Reise von 440 Meilen, zweimal soweit als von Wien nach Neapel, wurde schon hinreichen, diesegroße Scheibe des Hauptplanetcn aus dem Zenithe des Wanderersin seinen Horizont herab zu ziehen. Mit welchen Gefühlen mögendie Bewohner des Randes der Hinteren, von Jupiter stets abge-wendeten Hälfte dieses Mondes, nach einem Wege von nurwenigen Meilen, diesen Ungeheuern Himmelskörper erblicken, derihnen in seiner Oberfläche Z7000 mal größer als die so weitentfernte Sonne erscheint, und der ein blendendes Licht verbreitet,das mit dem unseres Vollmondes nicht weiter verglichen werdenkann.
§. 1Z1. (Entdeckung dieser Monde.) Bemerken wir noch, daßdie Entdeckung dieser vier Monde, durch Galilei i. I. IKtt), eineder ersten Früchte des nur kurz vorder erfundenen Fernrohrs,zugleich eine sehr merkwürdige Epoche in der Geschichte der Stern-kunde begründet, denn die erste astronomische Auflösung des großenProblems der Meeres länge, der wichtigste,, und nützlichstenAufgabe, die der menschliche Geist sich je vorgelegt hat, verdankenwir der Kenntniß dieser Monde. Auch datirt mau mit Recht dieeigentliche, letzte Bestätigung der Wahrheit des CoperuicauischenSystems von der Entdeckung dieser vier Himmelskörper, dieuns unser^eigenes^Sonnensystem gleichsam in einem Miniatur-bilde zeigen, in welchem sich die drei Kepler'schen Gesetze (I.§. 147) und durch sie das Gesetz der allgemeinen Schwere ab-spiegeln und in wenigen Monaten schon alle die periodischen Be-wegungen zeigen, deren vollständige Entwicklung bei den Planetenselbst mehrere Jahrhunderte erfordert. Und als ob die Natur miteiner Art von Vorliebe diese kleine», von uns mit freien Augenganz unsichtbaren ^Lichtpunkte begünstigen und auf sie die interessan-testen Züge der Geschichte der Sternkunde häufen wollte, so ver-danken wirf ihnen auch die große Entdeckung der Aberration desLichtes (I. Cap.^Vl.) und durch dieselbe die Kenntniß der außer-ordentlichen Geschwindigkeit (I. § 77) dieses wundervollen Elements.