Der Mond.
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dünne Lust, durch den Druck der oberen Schichten verdichtet, fürihre Lungen noch athembar ist, und wo sie, wie bei uns dieBewohner des Innern der Erde, das Licht der Sonne scheuend,wie unsere Maulwürfe und Regenwürmer wohnen, oder gleichden Austern in ganzen Bänken gelagert, ihre Tage in unlhätigerTrägheit verleben. Wer weiß, ob nicht die Mondbewohner, derdrückenden, volle vierzehn unserer Tage dauernden Sonnenhiyezu entgehen, sich in jene Höhlen flüchten, aus welchen sie nurfür die Zeit ihrer eben so langen Nächte sich herauswagen?Oder haben sie sich vielleicht eben in diesen Tiefen, wie unsere al-ten Ritter auf den Bergspiheu, ihre Burgen und Städte erbaut?Ist doch, wie man sagt, unser eigenes unterirdisches Rom größer,als das über der Erde erbaute. Man dürfte diese überirdischeStadt nur wegnehmen und den Boden unter ihr ausbrechen, wieman es mit Pompeji und Herculanum gemacht hat, um sofortauch auf unserer Erde eine solche Mondstadt zu erhalten. Warumsollten wir nicht annehmen dürfe», daß die Leute im Monde,wenn sie schon einmal da seyn sollen, auch zugleich so klein undeben so thätig und betriebsam wie unsere Ameisen sind, und daßihrer daher auf dem Boden einer solchen Höhle nicht weniger insehr bequemen und geräumigen Häusern beisammen wohnen, alsbei uns in Paris oder London zu finden seyn mögen. Sind nichtvielleicht die straßenartigen Gänge und Streifen, von welchen wiroben gesprochen haben, und welche jene ausgebrannten Krater, jeneunterirdischen Städte mit einander verbinden, wahre Straßen oderwahre Kanäle, durch welche alle diese Städte in gegenseitige Com-municalion gesetzt werden? Weil wir nur auf der Oberfläche un-serer Erde leben, sollen darum die Bewohner anderer Wellkörperzu derselben Lebensweise gezwungen seyn? Bei der Liebe zur Ab-wechslung und selbst zu den auffallendsten Verschiedenheiten, diewir in der Natur schon auf unserem eigenen Wohnorte bemerken,sollte da der entgegengesetzte Schluß nicht auch zugleich der ange-messenste, der wahrscheinlichste seyn?
Auch mag es mit der großen Trockenheit, die auf dem Mondeherrscht, vielleicht lauge nicht so arg seyn, als man auf den erstenBlick glauben sollte. Wegen des Maugels an Luft mag wohl die