Druckschrift 
2 (1835) Beschreibende Astronomie oder Topographie des Himmels : mit der Darstellung von Sternbildern auf drei Stahlstichen, einer Sternkarte, einer Mondkarte und 23 astronomischen Figuren auf 3 Tafeln
Entstehung
Seite
186
Einzelbild herunterladen
 

186

Der Mond.

nämlich oben (!. S- 324) gesehen, daß die Erde dem Mondeganz eben solche Lichtabwechslungen zeigt, wie der Mond uns,und daß die Bewohner des letzten die große Scheibe der erstenbald im Volllichte, bald in einein ihrer beiden Viertel, baldwieder im Neulichte sehen. Diese vier Phasen der Erde werdenihnen "ohne Zweifel ein sehr bequemes Mittel geben, ihre langenTage einzutheilen, so wie wir den Abwechslungen des MondeSunsere Wochen und Monate verdanken. Nebst dieser Einteilungihres Tages, oder was dasselbe ist, ihres Jahres in vier gleicheTbeile, werden ihnen die großen Flecken der Erde, die sich regel-mäßig ihren Blicken zeigen und wieder entziehen, als Mittel zuUnterabtheilungen jener Zeiten dienen. »- Aber auch diesen Vor-theil genießen nur diejenigen, welche die vordere, unS sichtbareSeite des Mondes bewohnen, so wie zugleich nur die Nächtedieser Hemisphäre von der Erde, wenn diese im Volllichte ist,beleuchtet, und zwar dreizehnmal stärker, als die Erde vom Voll-monde, beleuchtet werden, während die andere Hemisphäre, zuderselben Zeit sowohl das Licht der Sonne, als auch das der Erdevöllig entbehren muß.

§. 133. (Berge des Mondes.) Mit unbewaffnetem Augegesehen, erscheint uns der Mond als eine runde, ebene Scheibe,mit mehreren grauen Flecken bedeckt, die uns entweder ihr eigenesoder das von einem andern Körper erhaltene Licht, gleich einemSpiegel, zuwirft. Allein die Abwechslung seiner Lichtgestalten unddie Abhängigkeit derselben von der Stellung des Mondes gegendie Sonne ") zeigt uns sehr bald, daß der Mond keine ebeneScheibe, sondern eine Kugel ist, und daß diese Kugel kein eigenesLicht hat, sondern dasselbe nur von der Sonne geborgt erhält.(Vergl. I. §. 163). Auch sieht man bald, daß die Oberflächedieser Kugel nicht so glatt, wie die eines convexen Spiegels sehnkann, weil sie sonst das Bild der Sonne nur von einem einzigen

'') Nennt man den scheinbaren Halbmesser des Mondes die Ein-heit, so ist die größte Breite des beleuchteten Theiles desselbensnr jeden Tag des Mondmonats gleich dem Linus versus desWinkels, de» man erhält, wenn man die Länge der Sonne snrdiesen Tag von der Länge des Mondes subtrahirt.