184 Der Mond.
die Beleuchtung ist dafür desto gleichförmiger und keine Zonesieht die Sonne längere Zeit, als die andere, da auf dem ganzenMonde Tag und Nacht beständig sehr nahe gleich sind und jededieser Zeiten 14^ unserer Tage dauert, so daß die Mondbürgerin 29'/? unserer Tage die Sonne und alle Sterne nur einmalauf- und untergehen sehen.
§. 131. (Wie auf dem Monde der Himmel erscheint.) Alleinbei dieser zwar sehr langsamen, aber allgemeinen Umwälzung derHimmelskörper giebt es einen, der an dieser Bewegung keinenTheil nimmt, und in absoluter Ruhe am Himmel zu stehen scheint,und dieser Himmelskörper ist scheinbar größer, als alle übrigen,selbst viel größer, als die Sonne, und dieß ist — unsere Erde.Da sich nämlich der Mond in derselben Zeit um die Erde bewegt,in welcher er sich um sich selbst dreht, und da der der Erde nächstePunkt seiner Oberfläche ihr auch immer der nächste bleibt, so daßer gleichsam, wie schon oben (I. S. 329) gesagt wurde, durcheine feste Stange unveränderlich mit uns verbunden ist, so folgtdaraus, daß die Seleniten, so lange sie nur selbst ihren Ort aufdem Monde nicht ändern, unsere Erde immer in derselben Ent-fernung von ihrem Zenithe ruhig am Himmel stehen sehen. Diein der Mitte der uns sichtbaren Scheibe wohnenden Mondbürgersehen die Erde immer in ihrem Scheitel, die am Rande dieserScheibe wohnenden sehen sie eben so immer in ihrem Horizonte,und die zwischen Rand und Mittelpunkt wohnenden endlich, sehendie Erde das ganze Jahr durch stets in derselben und zwar ineiner um so größern Höhe über ihrem Horizonte, je näher sieselbst bei dem Mittelpunkt der uns sichtbaren Mondscheide sichaufhalten. Sonne, Planeten und alle anderen Gestirne desHimmels gehen für den Mond alle 14 oder IS unserer Tage ein-mal auf und unter, aber für die Erde hat weder Auf- nochUntergang statt. Diese Erde erscheint ihnen dreizehnmal großer,als uns der Mond, und diese gewaltige Lichtscheibe scheint ihnenfest und unveränderlich am Himmel zu stehen, während sich alleanderen Gestirne, selbst die Sonne, in 29'/- unserer Tage umdiese Scheibe zu bewegen und täglich dreizehn Grade sich von ihrgen West zu entfernen scheinen. Welch' einen Anblick mag dieß