Der Mond.
AequatorS, daher auch alle übrigen Bewohner des Mondes, solange sie ihren Ort auf der Oberfläche desselben nicht ändern,die Mittags - Sonne im Sommer wie im Winter immer sehrnahe in derselben Höhe über ihrem Horizonte bemerken, die Be-wohner des AequatorS in ihrem Scheitel und die Polbewohnerimmerwährend in ihrem Horizonte, so daß also gleichsam dort einewiger Sommer und hier ein ewiger Winter herrscht, währendin den Zwischengegenden ein immerdauernder Frühling seineWohnung aufgeschlagen bat. Auch sind die Tage auf dem Mondebeinahe durchaus den Nächten a» Länge gleich, nicht wie bei uns,im Sommer länger und im Winter kürzer. Solcher Orte, wieunsere Polarländer, denen die Sonne im Sommer lange Zeitnicht unter-, und im Winter nicht aufgeht, kann es im Mondenicht geben. Die Temperatur auf der Oberfläche des Mondesist ebenfalls nicht so gleichförmig vertheilt, wie auf der Erde. AufderßErde werden die näber bei de» Polen liegenden Gegendenin ihrem Sommer beträchtlich erwärmt, so wie auch die heißeZone zur Zeit der Solstitien wegen des schiefen Standes der Sonnewieder etwas abgekühlt wird. Nicht so auf dein Monde, wo dieden Polen näheren Orte die Sonne immerfort tief an ihremHorizonte und die dem Aequator nahen Orte sie immer in ibremScheitel sehen, wo also der Sommer sowobl, als auch der Winteran bestimmte und unveränderliche Gegenden gebunden ist.
Noch mehr sind die Tageszeiten des Mondes von denender Erde verschieden. Wir haben bereits oben (I. S. 328) gesagt,daß der Tag in weiterein Sinne des Wortes, d. h. die Zeitzwischen zwei nächsten Aufgängen der Sonne bei den Selenitengleich dein Jahre derselben ist. In der Zeit von einem Neu- oderVollmonde zum anderen, d. h. in 23'/- unserer Tage, bewegt sichder Mond, in Beziehung auf die Sonne, um die Erde und zugleich(I. tz. 326) um seine Axe; jenes ist sein Jahr und dieß seinTag. In dieser Zeit von 29'/2 Tagen werden nach und nach alleTheile des Mondes von der Sonne beschienen und jeder Ort aufdemselben hat die Sonne ununterbrochen 14'/» Tage über undeben so lange unter seinein Horizonte. Klima und Erwärmungist also auf diesem Himmelskörper sehr ungleich verlheilt, aber