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Bericht über die Verwaltung der Stadt Berlin in den Jahren 1829 bis incl. 1840
Entstehung
Seite
352
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Regel den Dienst verlassen, wenn sie sich vcrhcirathen, bei den männlichen dies aberweniger der Fall ist, theils aber auch darin, daß die weiblichen Dienstboten imAllgemeinen einen bei weitem schwereren Stand haben, als die männlichen. DennHerrschasten, die männliche Dienstboten, Bediente, Portiers, Kutscher, Hausknecht :c.halten können, sind gewöhnlich wohlhabend, und ihre eigenen günstigen Verhältnissewirken auch günstig auf die ihrer Dienstboten ein, in deren eigenem Interesse es daherliegt, so lange wie möglich in einem solchen Dienst zu verbleiben. Anders ist es beiden weiblichen Dienstboten, welche auch eine große Zahl weniger bemittelter Fami-lien zu halten genöthigt sind, wo sie dann oft mit Arbeiten überladen werden, gerin-gen Lohn und dürftige Kost haben, und dabei bisweilen noch harte Behandlung er-tragen müssen, so daß es natürlich ist, wenn sie einen solchen Dienst bald wiederverlassen, um ihr Glück anderweitig zu versuchen.

Zur 7ten Colonne. Die zur Erlangung der Prämie erforderlichen Dienstzeitwar bis incl. 1840 die 14jährige.

Einen Anspruch auf die Prämie haben nach dem Vorangeführten die männlichenDienstboten, welche 8 Jahre, und die weiblichen, welche 3 Jahre hintereinander gedienthaben. Die Zahl der hier vorhandenen Dienstboten, welche noch viel länger gedienthaben, ist aber im Verhältniß zu den vorhandenen Fonds so bedeutend, daß sich nochgar nicht absehen läßt, wann die Dienstboten mit re»i>. 8 und 3jähriger Dienstzeit zumEmpfang der Prämie an die Reihe kommen werden.

Nach der beiliegenden Ucbersicht b. meldeten sich gleich zu der ersten Vertheilungim Jahre 1830:

010 männliche,

1,010 weibliche,überhaupt 1,032 Dienstboten,welche die vorgeschriebene Dienstzeit zurückgelegt hatten: dies war von den damals hierbefindlichen ungefähr 4,273 männlichen Dienstboten der 7te Theil,und von den .... 12,401 w eiblichen der 12te Theil,von den überhaupt

vorhandenen circa 10,730 Dienstboten der 10te Theil.

Seit jener Zeit ist eine große Zahl neuer Anmeldungen eingegangen, so daß uli.1840 deren etwa noch 000 vorhanden waren.

Es findet sich daher auch, daß ein großer Theil der Dienstboten, wenn sie nachihrem Dienstalter zum Empfang der Prämie gelangen sollten, inzwischen verstorben,verheirathet oder sonst in andere Verhältnisse übergetreten sind.

Wenn sich hiernach manche Dienstboten vergebliche Hoffnung auf Erlangung einerPrämie machten, so liegt dies nur in der bedeutenden Differenz zwischen der Dienst-zeit, die zu einem Anspruch auf die Prämie berechtigt, und der, welche zur Erlan-gung derselben wirklich erforderlich war.

Ob das Prämien-Institut überhaupt den gewünschten Erfolg gehabt hat, und ob dieAussicht auf die einstige Erlangung der Prämie den Dienstboten ein Anreiz zum län-geren Verbleiben im Dienst und zu einer guten Führung gewesen ist, läßt sich bei denhiesigen großstädtischen Verhältnissen nicht nachweisen. Unzweifelhaft dürfte dagegender Nutzen sein, welchen die zu Unterstützungen verwendeten Gelder gewährt haben.

Den Bestimmungen des Statuts gemäß sind diese (vorbehaltlich der etwa nöthi-gen Unterstützungen aus Armenfonds) solchen Dienstboten bewilligt worden, welche inredlicher Pflichterfüllung durch hohes Alter oder zerrüttete Gesundheit, oder in Folgeaußerordentlicher Dienstleistungen und unverschuldeter Unglücksfälle dienstunfähig gc-