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Bericht über die Verwaltung der Stadt Berlin in den Jahren 1829 bis incl. 1840
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und 2 christlichen Lehrern an den ersten 5 Tagen der Woche, Vor- und Nachmittag«ertheilt. Von diesen Stunden sind 8 wöchentlich der Religion und dem Hebräischen,die übrigen dem Deutschen und Französischen, der Mathematik, dem Rechnen, der Na-turbeschreibung und Naturlehre, Geographie und Geschichte, dem Schreiben, Zeichnenund dem Gesänge gewidmet. Das Schulgeld beträgt monatl.ck 1 Nthlr.; jedoch wirdauch vielen ärmeren Schülern von dem Vorstande der Gemeinde sreier Unterricht bewil-ligt, so wie denn auch zur Bekleidung dürftiger Schüler, zu Schulbüchern für dieselbe»und zur Unterstützung der ins bürgerliche Leben eintretenden Zöglinge von deni Rektorder Anstalt eine Kasse aus Beiträgen von Wohlthätern gebildet worden ist.

In demselben Hause, Rosenstraße Nr. Z2., befindlich, und zum Theil hinsichtlichdes Unterrichts mit der Gemeinde-Knabenschule in Verbindung gesetzt, ist

2) das Waisen - Er ziehungs - Institut der hiesigen jüdischen Gemeinde.

Dasselbe ist im Jahre 1833 von dem Rektor der Gemeinde-Knabenschule, BaruchAuerbach, im Vertrauen auf Gott und den Wohlthätigkcitssinn der jüdischen Ge-meinde gestiftet, und bestimmt, Waisenkinder männlichen Geschlechts, zunächst der hie-sigen jüdischen Gemeinde, unentgeldlich zu verpflegen und zu erziehen.

Die Statuten dieser Anstalt sind auf Grund der Kabinets-Ordre vom 22. April1838 bestätigt, und derselben zugleich die Rechte einer moralischen Person zu demZwecke, daß sie als solche befähigt sei, Grundstücke und Kapitalien auf ihren Namenzu erwerben, verliehen worden. Das Institut wurde im Jahre 1833 mit -1 Wai-senknaben eröffnet und hatte bereits nach dem ersten Jahre seines Bestehens einenBestand von 2,182 Nthlrn. Am Schlüsse des Jahres 1839, nach 'jährigem Bestehen,verpflegte dasselbe 19 Waisen und hatte ein Kapital-Vermögen von 17,525 Nthlrn. inzinstragenden Papieren. Die Waisenknaben erhalten zunächst eine elementarischeSchulbildung in einer hiesigen Schule (jetzt der jüdischen Gcmcindeschule), daS Institutsorgt aber auch dafür, daß diejenigen Knaben, welche sich durch vorzügliche Anlagendazu berufen und durch Fleiß und Sittlichkeit dessen würdig zeigen, die ihnen angc-mcssene weitere Ausbildung auf einer höheren Bürgerschule oder einem Gymnasium,und alle zu ihren Schulstndicn erforderlichen Hülfsmittcl erhalten, bis sie in daS bür-gerliche Leben oder zur Universität übergehen.

Zu demselben Lokale, Nosenstraße Nr. 12., im ersten Hintergebäude, befindet sichendlich noch

3) das sogenannte Seminar für jüdische Lehrer,das, wie bereits erwähnt, im Jahre 1824, ans Veranlassung des Vice-Obcr-RabbinersWeil, von Privatpersonen gestiftet, eine Zeit lang mit der Privatschule des Hr. Hei-nemann und der Thalmud Thora verbunden war, nach dem Eingehen der erstcrcnunh nach der Vereinigung der Anstalt Thalmud Thora mit der Gemeinde-Knabenschule,seit 1829 für sich besteht. Dies sogenannte Seminar hat aber niemals seine eigent-liche Bestimmung, Lehrer zu bilden, erfüllt, vielmehr nur dazu gedient, einigen jungenLeuten, die meist nicht einmal Berns zum Lchrstande fühlten, einen nothdürftigen Un-terricht im Talmudischen und Hebräischen und den Elemcntar-Schulwissenschasten zugewähren. Der Vorstand der jüdischen Gemeinde hat nunmehr beschlossen, gemäß denin dieser Beziehung von dem Königlichen Schul-Collcgio gegebenen Vorschriften, dasSeminar seinem Zwecke entsprechend neu zu organisircn, auch zu dem Ende bereitsdem vi. Zunz die Dircction dieser Anstalt übertragen, und wird demnach die Eröff-nung des Seminars für jüdische Lehrer binnen Kurzem erfolgen.