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4) Die züdischc Gemeinde-Töchterschule (Heidcreitergasse Nr. 5.),wurde im Februar 1833 eröffnet, nachdem das Lokal auf Gemeindckosten neu ausge-baut und eingerichtet worden war. Die nächste Leitung der Schule wurde dem erstenLehrer, 0,-. Engelmann, im Juli 1833 übergeben, außer welchem noch 4 Lehrer und2 Lehrerinnen, letztere nur in den weiblichen Handarbeiten, unterrichten. Die Schulebesteht aus 3 Klassen mit circa 199 Schülerinnen, von denen nur etwa 19 ein Schul-geld von tz Rthlrn. in der ersten und Rthlr. in den beiden anderen Klassen zahlen,während die übrigen freien Unterricht genießen. Die Lehrgegenstände sind die einerElementarschule, Religion und Hebräisch (4 bis 3 Stunden wöchentlich), Lesen, Schrei-ben, Rechnen, Gesang, Erd- und Naturkunde und Handarbeiten. Der Unterricht wirdan den ersten 3 Wochentagen, in 32 Stunden wöchentlich in den beiden ersten Klassen,und in 23 Stunden in der dritten Klasse crtheilt. Mehrere geachtete Frauen derjüdischen Gemeinde sind bei der Schule, besonders zur Beaufsichtigung der weiblichenHandarbeiten als Ehrcnfrauen, wirksam, besuchen abwechselnd den Unterricht, und lie-fern den ärmeren Schülerinnen Materialien zu den Handarbeiten, sowie denn auchBeiträge von Wohlthätern nicht fehlen, um fleißigen Schülerinnen Prämien und ab-gehenden Schülerinnen Unterstützungen zu gewähren.
3) Die jüdische Privat-Knabcnschule des vi. Stern (Poststraße Nr. 14.),von dem vr. Bock 1809 begründet und bis 1813 geleitet, wurde bis zum Jahre 1833von dem vi. Jost verwaltet, und demnächst von dem jetzigen Vorsteher interimistischfortgeführt, worauf demselben im Jahre 1830 die Erlaubniß crtheilt wurde, die Schulein dem Charakter einer höheren Knabenschule für seine Rechnung zu verwalten. ImJahre 1838 wurde die Schule durch eiue obere Klasse erweitert, in welcher die fürden Kaufmannsstand bestimmten Knaben in Allem, was zur vollständigen Ausbildungfür denselben erforderlich ist, in so weit vorbereitet werden sollen, daß sie unmittelbarins Geschäftsleben übergehen können. Die Schule hat jetzt, außer der gedachten Hand-lungs-Klasse, 4 Klassen, in welchen zusammen 49 Schüler von 9 jüdischen und 3 christ-lichen Lehrern unterrichtet werden. Der Unterricht wird in 32 wöchentlichen Stundenfür jede Klasse, an den 0 Wochentagen, mit Ausnahme des Sonntags, crtheilt, undumsaßt, außer den Elementar-Gegenständen, auch Religion und Hebräisch, Deutsch,Französisch, Lateinisch, Mathematik, Geschichte, Geographie, Naturgeschichte, Zeichnenund Gesang. In der Handlungs-Klasse bilden vorzugsweise die deutsche, französischeund englische Sprache, Geschichte, Geographie und Physik, kaufmännisches Rechnen undBriefstyl, Schönschreiben und Zeichnen die Gegenstände des Unterrichts.
6) Die jüdische Elementar-Knabenschule von Julius Heincmann(Spandauerstraße Nr. 34.),besteht seit 1824, und hat in den letzten 19 Jahren nie mehr als 24 bis 37 Schülergezählt. In drei Abtheilungen getheilt, werden die Kinder in 23 Stunden wöchentlich,von denen 19 dem Hebräischen und der Religion gewidmet sind, größtentheils von demVorsteher allein in den Elcmcntar-Kenntnissen nothdürftig unterrichtet.
Außer den vorgedachten beiden Gemeinde-Schulen mit den ihnen zugehörigenStiftungen und den beiden eben genannten Privatschulen, besitzt die hiesige MischeGemeinde noch 4 dem Unterricht gewidmete Stiftungen, von denen zedoch nur 2 zurErziehung der Jugend bestimmt, die beiden anderen aber rein talmudischcAnstalten sind. Die ersteren sind: