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Erziehungs-Anstalten gegründet, mehrere ältere wohlthätige Stiftungen, deren ur-sprüngliche Bestimmung verdunkelt oder unbeachtet geblieben war, derselben zurückgcge-bcn, und die Vorbereitungen zur Errichtung einer Bildungö-Anstalt für jüdische Leh-rer getroffen worden sind.
Die jetzt bestehenden jüdischen Schulen und Erziehungs-Anstaltcn sind.-
l. Die Gemeinde-Knabenschule Thalmud Thora jRosenstraßc Nr. 12.,
im Berliner Reviers
Dieselbe ist aus der „jüdischen Freischule" entstanden, welche von dem Ober-Baurathe Jtzig im Jahre 1777 gestiftet worden war, und die Bestimmung hatte,armen Kindern neben dem Unterrichte in der jüdischen Religion und dem Hebräi-schen, vorzüglich diejenigen Kenntnisse und Fertigkeiten zu. verschaffen, welche zuihrem Fortkommen im bürgerlichen Leben erforderlich schienen. Seit dem Tode desStifters, im Jahre 1866, wurde sie von Lazarus Bcndavid dirigirt, nähertesich einer Mittelschule, und batte im Jahre 1821 drei Klassen, in welchen 54 jü-dische Knaben von 4 christlichen und 5 jüdischen Lehrern unterrichtet wurden.Uebrigens erhielt sich die Schule ohne Beisteuer von der Gemeinde-Kasse durchfreiwillige Beiträge, Geschenke und Vermächtnisse. Indessen machte sich das Bedürf-nis; einer der Gemeinde ungehörigen, zweckmäßig eingerichteten Schule immer fühlbarer.Der Vorstand der jüdischen Gemeinde beschloß daher, mit Genehmigung der vorgevrd-neten Behörden, eine solche Schule zu gründen, und schloß diese an die bereits beste-hende jüdische Frcischule an, deren Fonds und Schüler nun in die neue jüdische Ge-meinde-Knabenschule übergingen. Die Schule wurde zu Anfang des Jahres 182V er-öffnet und interimistisch der Direktion eines Mitgliedes der jüdischen Schill-Kommission,vr. Zunz, übergeben. Einstweilen wurde in: ersten Stock des Gemeindehauses, No-scnstraßc Nr. 12., wo auch die jüdische Frcischule bisher ihr Lokal gehabt hatte, einLokal für die Schule eingerichtet, während dessen aber auf dem Hofe hinter dem ge-dachten Hause ein von Grund aus neues Schulgebäude aufgeführt und gegen Endedes Jahres 1826 von der Schule bezogen. Der interimistische Zustand jedoch, inwelchem sich die Anstalt sowohl hinsichtlich ihrer Direktion, als ihrer sonstigen Ein-richtung befand, ließen dieselbe nicht zu der erwarteten festen Organisation kommen,bis im Jahre 1829 die für die Aeltcsten erforderliche Autorisation zur permanentenEinrichtung der jüdischen Gemcindeschnle erwirkt, und der Anstalt in der Person desLehrers Baruch Auerbach ein Rektor gegeben, auch mehrere mit einem festen etats-mäßigcn Gehalte besoldete Lehrer angenommen wurden. Gleichzeitig wurde im Jahre1829 die der Gemeinde zugehörige Lehranstalt Thalmud Thora, welche iin Jähre1726 zu dem Zwecke gestiftet war, vornämlich arme Kinder in den jüdischen Reli-gions-Wissenschaften, und nebenbei auch in den Elementar-Unterrichts-Gegenständenzu unterweisen, und welche seit 1824 mit einem auf Veranlassung des damaligen Vicc-Ober-Land-Rabbiner Weil errichteten, sogenannten Seminar für jüdische Lehrer ver-bunden gewesen war, mit der Gemeinde-Knabenschule faktisch vereinigt und dieseVereinigung auch im Jahre 1834 von den Königlichen Unterrichts-Behörden anerkannt.Die Gemcindcschule hat sich seitdem immer befriedigender entwickelt. In ihren 4 Klassenzählte sie am Schlüsse des Jahres 1839: 121 Schüler, nachdem 42 abgegangen und 39neu eingetreten waren. Von den 42 abgegangenen Schülern, unter denen sich 27 hie-sige und 15 auswärtige befanden, widmeten sich 26 Handwerken und Künsten, und nur 3der Handlung, während die übrigen größtentheils zu anderen Lehranstalten übergingen.In jeder der 4 Klassen werden wöchentlich 32 bis 36 Lebrstnnden von 16 jüdischen