Druckschrift 
Bericht über die Verwaltung der Stadt Berlin in den Jahren 1829 bis incl. 1840
Entstehung
Seite
295
Einzelbild herunterladen
 

munal-Behördcu beschlossen daher im Jahre 1823, diese Wiesen von den einzelnenInteressenten für die Gewerbeschule theils durch Kauf, thcils durch Schenkung zuerwerben. So sind jetzt von jenen Wiesen durch Kauf erworben cirea 81 Morgen,durch Schenkung Seitens der früheren Eigenthümcr 10 Morgen 72 ^>N-, letztere miteinem Pachtertrage von 33 Rthlrn. 2V Sgr. 7 Pf. AuS den Erträgen dieser Wiesenist bereits ein Fonds von 373 Rthlrn. entstanden, und es wird beabsichtigt, sobald der-selbe in Verbindung mit der van Halleschen Schenkung die Höhe von 1,000 Rthlrn.erreicht hat, die Zinsen des Kapitals zu einem Stipendium oder zu Unterstützungenfür fleißige und bedürftige Schüler bei ihrem Uebergange aus der Schule in das bür-gerliche Leben zu verwenden.

e. Eine ähnliche Bestimmung beabsichtigt man einem kleinen Fonds zu geben,der durch Ersparnisse bei der zu Prämien bestimmten jährlichen Einnahme vom Ein-schreibcgelde entstanden ist, sobald dieser Fonds die Höhe von 1,000 Rthlrn. erreichthaben wird, was binnen Kurzem zu erwarten steht.

Die städtischen Behörden haben endlich auch die bei der Gewerbeschule vorhande-nen Hülfsmittcl der Bestimmung der Anstalt gemäß dazu zu benutzen gesucht, die Vor-bereitung der Kenntnisse, die den Gewerbetreibenden nöthig sind, in einem größerenKreise zu bewirken. Zu dem Ende ist vom Jahre 1821 ab die Veranstaltung ge-troffen worden, daß in den Wintermonaten für Personen, welche sich bereits in bür-gerlichen Verhältnissen befinden, und denen es früher an Gelegenheit fehlte, sich Kennt-nisse in den Naturwissenschaften zu erwerben, oder die in denselben weiter fortschreitenwollen, Vorlesungen über Erpcrimental-Physik und Chemie in dem Lokal der Gewer-beschule von dem Direktor und dem Lehrer der Chemie gehalten werden. Auch dieseVorträge haben sich fortwährend der Theilnahme des Publikums erfreut.

Eben so gelang es dem Curatorium, in Folge eines Ausrufs an die Freundedes Schulwesens und der Naturwissenschaften, durch die Beiträge derselben die Mit-tel zu gewinnen, vom Jahre 1828 für hiesige Schullehrer theils besondere Vorlesun-gen über die Naturwissenschaften halten zu lassen, theils einzelne derselben durch Frei-karten den Zutritt zu den vorgedachten, für das größere Publikum bestimmten Vorle-sungen zu gewähren. Wir fühlen uns gedrungen, hierbei dankbarlichst einer Wohltä-terin zu gedenken, die zu diesem Zweck seit dem Jahre 1828 bisher alljährlich 30 Rthlr.dem Curatorium der Gewerbeschule übersandt hat.

Der Weber-Brougham'schcn Schule glauben wir schließlich hier in so fernErwähnung thun zu müssen, als dieselbe ihre Zwecke bisher durch Verwickelung derGewerbeschule verfolgt hat. Der verstorbene Fabriken-Kommissionsrath Weber ver-machte nämlich im Jahre 1831 dem Verein zur Beförderung des Gcwerbefleißes inPreußen ein Kapital von 10,000 Rthlrn., dessen Zinsen zu einem Beitrage dienensollten, um einen Unterricht für Lehrlinge und Gesellen oder GeHülsen in Fabrikenund für Handwerker nach den Ideen Brougham'S einzurichten.

Demgemäß sind seit dem Jahre 1832 in dem Lokal der Gewerbeschule, dessenBenutzung zu diesem Zweck die Communal-Behörden gestattet haben, von dem Direk-tor Klöden und dem Professor Köhler alljährlich in den Wintermouate» zwei 2stün-dige Vorlesungen über Physik, Chemie und solche wissenschaftliche Gegenstände, welchedem Handwerker von Nutzen sind, des Sonntags gehalten worden; Theilnchmer wa-ren zwischen 30 und 30.

3) Stipendien und Unterstützungen für Schüler der Gymnasien undStudirende auf Universitäten. Theils zur städtischen Verwaltung überhaupt,