XXXII
Gegenwärtig befinden sich 19 Bcncficiaten in der Anstalt. Das Hospital-Vermögen ist durch Schenkungen und durch die Eintrittsgelder aus 39,339 Nthlr.angewachsen, die in Hypotheken und Staatspapicrcn angelegt sind, 12,339 Nthlr.davon aber müssen noch bis zum Tode der betreffenden Geschcnkgeberin verzinsetwerden.
6) Das Gcrtraudt-Hospital ward, nebst der dazu gehörigen Kirche,")in den Jahren 1693 bis 1611 erbaut, und führt den Namen nach der heiligenGertraud, der die Kirche gcweihet war. Anfangs war es zum Unterhalt undObdach für 12 adelige Fräulein bestimmt, späterhin wurde es erweitert und seineStiftung dahin verändert, daß statt der 12 adeligen Fräulein, 26 Personenbürgerlichen Standes darin aufgenommen und verpflegt werden sollten. Seit1818, in welchem Jahre abermals eine Erweiterung der Anstalt stattfand, ge-währt es 31 Hospitaliten männlichen und weiblichen Geschlechts einen Zufluchts-ort im Alter, von denen 23 im Hospitale selbst wohnen, 8 aber außerhalb des-selben verpflegt werden.
Während des 39jährigcn Krieges wurde das Gebäude zerstört, 1919 vonder Gutsbesitzerin in Stansdorf, der Wittwe des Amtsraths Freitag, geborncSteinfelder, wieder aufgeführt und 1766 mit der Kirche, auf KöniglichemBefehl, ganz neu erbaut.
Das Hospital besitzt, außer den Hospital-Gebäuden und mehreren Acckeruund Wiesen, ein Kapital-Vermögen von circa 23,999 Rthlrn. Die Bestimmungist, etwa 39 wenigstens 39 Jahr alten ordentlichen Männern und Frauen einenZufluchtsort in den letzten Jahren ihres Lebens zu gewähren.
Am 3. August 1839 vermachte der in demselben Jahre verstorbene Kauf-mann Hanson dem Hospitale seinen Nachlaß von circa 29,999 Rthlrn., mit demBeding, die Läden aus dem Hospital-Gebäude zu entfernen und dafür Wohnungenfür Hospitaliten einzurichten. Als man aber damit beginnen wollte, fand mandas Gebäude so schadhaft, daß man zum Neubau desselben schreiten mußte, wozudie Mittel in der Erbschaft des Kaufmanns Hanson gefunden wurden. DasHospital ward daher 1839 ganz neu und mit 36 Stuben massiv aufgeführt undam 1. Oktober 1869 bezogen. Auf dem Hofe ist noch außerdem ein massivesGebäude mit 2 Krankenstuben errichtet und zugleich ist die Zahl der Hospitalitenauf 69 vermehrt worden.
Jeder Beneficiat erhält in diesem Hospitale, außer freier Wohnung und Holz,freier ärztlicher Behandlung und freiem Begrabniß, noch 6 Nthlr. monatlicheUnterstützung, und außerdem erhält jeder am Geburtstage des vorhingedachten
°) Die jetzige St. Gcrtraudt-Kirche.